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Milchproduktion

Gute Aussichten am Milchmarkt

von , am
26.03.2010

München - Mit den anlaufenden Verhandlungen zwischen Molkereien und dem Lebensmitteleinzelhandel werden die Weichen für die Milchpreise des kompletten Jahres gestellt.

© Werkbild

Die Erzeugerpreise für die Milchbauern sind nach wie vor unbefriedigend, eine Verbesserung dringend notwendig. Die Kontraktverhandlungen über Konsummilch, Sahne, Quark und Kondensmilch stehen bevor.

Die alten Verträge laufen am 30. April aus, über die Folgevereinbarung, wahrscheinlich für sechs Monate, wird demnächst wieder heftig gerungen. Leider herrscht nach wie vor ein besonders scharfer Wettbewerb unter den Top-Discountern: In 2009 erzielte Lidl einen Umsatzgewinn, wohingegen der Branchenführer Aldi einen Umsatzverlust in der Größenordnung von vier Prozent hinnehmen musste. Dazu drängt durch die Übernahme von Plus und die Einverleibung zu Netto durch Edeka ein weiterer Discounter vehement in den Markt und bedroht die beiden Branchenführer.

Marktsituation: Optimistische Prognose

Dies wurde in Vergangenheit auf dem Rücken der Milchbauern ausgetragen, ein für den Bayerischen Bauernverband untragbarer Zustand. Die Situation auf den internationalen, europäischen und nationalen Märkten lassen aber für die Milchbauern eine optimistische Prognose zu. Das leicht rückläufige Angebot aus den Haupterzeugerregionen USA, Südamerika und zum Teil Ozeanien und die ebenso leicht rückläufige Milchproduktion 2009 in der EU lassen die Erwartungen steigen. So ist für 2010 in Deutschland eine moderate und in der EU eher keine Steigerung der Milchanlieferung zu erwarten.

Weltkonjunktur: Nachrage aus Schwellenländern nimmt zu

Durch die erkennbar anziehende Weltkonjunktur wird die Nachfrage nach Milchprodukten aus den Schwellenländern wieder zunehmen. Damit trifft ein insgesamt stagnierendes Milchangebot auf eine steigende Nachfrage. Natürlich gibt es eine Reihe von Unwägbarkeiten, die gelöst werden müssen: Die Nachfrage nach Konsummilch war trotz der Vielzahl von regionalen Marken und Milch mit besonderen Produktionsbedingungen leider negativ. Die Auswirkungen des sich derzeit für den Export positiv entwickelnden Währungsverhältnisses Euro zu US-Dollar und die Marktunsicherheit durch die Bestände an Butter und Magermilchpulver in der Intervention bleiben abzuwarten.

Bayern: Kampf um den Rohstoff Milch

In den letzten Monaten ist in Bayern wieder ein verstärkter Kampf um den Rohstoff Milch entbrannt. Molkereien kämpfen mit zum Teil harten Bandagen darum. Für die Milchbauern ist dies ein ermutigendes Zeichen, dass ihre wertvolle Milch gesucht wird. So haben sie derzeit wieder eine stärkere Verhandlungsposition am Markt, weil die Nachfrage der Molkereien nach Milch deutlich steigt. Diese Situation ist ein klares Indiz für die Milchbauern, dass die Preise für ihre Milch in den nächsten Monaten ansteigen. (pd)

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