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Mutterkuhaltung

Gute Eutermerkmale für eine wirtschaftliche Kälberaufzucht

Eine Mutterkuhherde auf der Weide
am
19.09.2018

Die richtige Bullenauswahl trägt wesentlich zu einer wirtschaftlichen Mutterkuhhaltung und Kälberaufzucht bei. Das belegt eine aktuelle Studie.

Die Größe und Aufhängung des Euters und die 200-Tage-Lebendtagzunahme der Kälber sowie eine geringe Anzahl an Schwer- und Todgeburten sind wichtige Größen für eine wirtschaftliche Mutterkuhhaltung. Bei der Wahl des passenden Zuchtbullen sollten Landwirte also verstärkt die Eutermerkmale berücksichtigen. Zudem sollte – insbesondere beim Belegen von Färsen – auf ein nicht zu hohes Geburtsgewicht Wert gelegt werden.

Das sind die wichtigsten Ergebnisse einer Studie der Hochschule Osnabrück, die vom Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) finanziert wurde. Die Forscher untersuchten dabei, welche züchterischen Größen und Merkmale besonderen Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit einer extensiven Mutterkuhhaltung auf Grünland haben. Dazu werteten sie Daten von fünf Betrieben mit großen Mutterkuhherden aus verschiedenen Regionen Deutschlands aus. In der Auswertung wurden Daten von 851 Mutterkühen und 456 Kälbern der Rasse Angus berücksichtigt.

Gute Euteraufhängung verbessert Zunahmen

Die Forscher konnten einen Zusammenhang zwischen der Qualität der Euter und der 200-Tage-Lebendtagzunahme der Kälber nachweisen. Positiv auf das Kälberwachstum wirkten sich vor allem eine gute Euteraufhängung, ein großer Strichumfang und mit Einschränkung auch ein großes Eutervolumen aus. Deshalb erscheint es aus Sicht der Fachleute sinnvoll, Färsen beziehungsweise Kühe gezielt auf eine gute Euteraufhängung und einen größeren Strichumfang zu selektieren.

Leichte Kälber bringen keine Nachteile in der Mast

Schwer- und Totgeburten haben zudem einen großen Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit der Mutterkuhhaltung. Diese lagen in der Studie mit 3,6 Prozent beziehungsweise 4,7 Prozent. Die Analyse der Mutterkühe bestätigte Ergebnisse früherer Studien, dass das Risiko für Schwer- und Totgeburten bei Färsen größer ist als bei Kühen und mit zunehmenden Geburtsgewicht der Kälber ansteigt. Die Wissenschaftler empfehlen deshalb, bei der Belegung von Färsen nur Bullen einzusetzen, die ein niedriges Geburtsgewicht vererben. Anders als häufig angenommen entstehen durch leichtere Kälber auch keine Nachteile bei der Mast, da sie in der Regel wesentlich vitaler sind und die anfänglichen Rückstände später wieder aufholen.

Mit Material von Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft

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