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Milchpreisverhandlungen

Handel drückt Milchpreise um bis zu 10 Cent je Liter

Kühe werden gemolken
DBV/Katharina Krenn/agrarheute
am
22.04.2016

Für große Enttäuschung unter den Landwirten sorgt das Ergebnis der aktuellen Preisverhandlungen zwischen Molkereien und Lebensmitteleinzelhandel. Die Abschlüsse seien „eine Bankrotterklärung“.

Als eine „gemeinsame Bankrotterklärung von Molkereien und Lebensmittelhandel“ bezeichnete der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Bernhard Krüsken, das Ergebnis der aktuellen Milchpreisverhandlungen zwischen Molkereien und Handel.  Nach Berichten der Lebensmittelzeitung soll es bei der Milch Preissenkungen von bis zu 10 Cent je Liter geben.

DBV: Molkereien zeigen Schwäche

Die Molkereien hätten die Möglichkeiten des Wettbewerbsrechtes nicht genutzt, zum Beispiel über Kooperationen oder die Bildung von Verkaufskontoren dem Lebensmitteleinzelhandel in den Verhandlungen auf Augenhöhe zu begegnen, so Krüsken weiter.

Der Bauernverband habe wiederholt in Gesprächen mit Vertretern deutscher Molkereien auf die Möglichkeit hingewiesen, die Vermarktungsstrukturen mit Blick auf die existenzbedrohende Marktmacht des Lebensmitteleinzelhandels anzupassen.

Kartellrechtliche Prüfung

Für den DBV gehören die kartell- und wettbewerbsrechtlichen Rahmenbedingungen für die Vermarktungskette dringend auf den Prüfstand. Dies gilt insbesondere mit Blick auf Maßnahmen, mit denen unfairen Handelspraktiken in der Lebensmittelkette begegnet werden könne.

Dazu gehört aber auch die Überprüfung der Lieferbedingungen zwischen Molkereien und Erzeugern. Das Bundeskartellamt hatte gestern eine entsprechende Überprüfung angekündigt.

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