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Milchproduktion

Handelsplattform für Milchrohstoffe startet im Netz

© strixcode/fotolia
von , am
31.03.2014

Dresden - Ab morgen geht eine neue Online-Handelsplattform für flüssige Milchrohstoffe an den Start. Sie soll die Abwicklung vereinfachen und die Transaktionskosten für Käufer und Verkäufer senken.

Mit eumila.com geht eine neue Online-Handelsplattform für flüssige Milchrohstoffe an den Start.
Wie das Unternehmen eumila GmbH mitteilte, sollen über das eumila-Onlineportal vor allem schnelllebige Spotmarktgeschäfte für flüssige Milchrohstoffe zwischen größeren Anbietern und Nachfragern abgewickelt werden. Aktuell basiere dieser Handel meist auf Telefongeschäften, die von hohem Zeitaufwand und Intransparenz geprägt seien. Darüber hinaus würden die Transaktionskosten durch Zwischenhändler mit Provisionen zusätzlich in die Höhe getrieben.
 
Diese veralteten und ineffizienten Strukturen sollen nun durch den zentralen Handelsplatz im Netz aufgebrochen werden. Durch automatisierte Prozesse sei eumila in der Lage, deutlich günstigere Provisionen im Vergleich zu Milchhändlern anzubieten. Die Kosten liegen laut Unternehmensangaben für Käufer und Verkäufer bei Vertragsabschluss bei jeweils 0,5 Prozent der Kaufsumme.
 

Interessant für Verkäufer von Rahm

Nach Angaben des früheren Rohstoffhändlers der Sachsenmilch und jetzigem eumila-Geschäftsführers Johannes Ranscht soll sich der Handel zunächst auf die umsatzstärksten Basisprodukte des Spotmarktes, nämlich Rohmilch, Rahm und Magermilch- beziehungsweise Molkenkonzentrat konzentrieren. Ranscht erwartet, dass die Plattform vor allem für die Ein- und Verkäufer von Rahm interessant ist, da dieser aufgrund seines Wertes auch über größere Strecken europaweit gehandelt werde. Aufgrund der Mindestmenge von 25 Tonnen sei damit zu rechnen, dass sich vor allem Molkereiunternehmen am Internethandel beteiligen würden; erste Anmeldungen habe es bereits gegeben.
 

Keine klassische Versteigerungsplattform

Die eumila sei keine Kopie der Fonterra-Auktionsplattform Global Dairy Trade (GDT), versicherte Ranscht. Verkäufer können bei eumila ihre Angebote mit oder ohne Nennung des Preises einstellen und Interessenten darauf mit einem Gebot oder Sofortkauf reagieren; eine Versteigerung im eigentlichen Sinne gibt es somit nicht. In einem späteren Stadium sollen auf Basis der gesammelten Marktdaten auch verlässliche statistische Auswertungen und Marktindikatoren für die Teilnehmer bereitgestellt und die Öffentlichkeit über Durchschnittspreise informiert werden. "Wir wollen auch Markttransparenz schaffen", betonte Ranscht.
 
 
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