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Milchproduktion

Hartes Sanierungskonzept für BMI

von , am
29.06.2010

Landshut - Nach dem Krisenjahr 2009 schreibt die Bayerische Milchindustrie eG (BMI) in den ersten fünf Monaten des neuen Geschäftsjahres wieder schwarze Zahlen.

BMI-Geschäftsführer Peter Hartmann freut sich über die Liefergruppe aus dem Osten. © BMI

"Die Ergebnislage der BMI zeigt in den ersten Monaten des Jahres wieder sehr positive Zahlen und liegt in vollem Umfang auf Planniveau. Die Umsatzerlöse von Januar bis Mai 2010 stiegen gegenüber dem Vorjahr um 13 Millionen Euro auf 145 Millionen Euro. Der Periodenüberschuss betrug gut eine Million Euro und lag damit signifikant über dem Vorjahreszeitraum", erklärte der geschäftsführende Vorstand Peter Hartmann.

Ergebnis auf knapp zwei Millionen Euro gesteigert

In der BMI-Gruppe stieg das Ergebnis auf knapp zwei Millionen Euro, nachdem im Vorjahr noch ein einstelliger Verlust verbucht werden musste. Insgesamt belief sich der Verlust 2009 auf 20,2 Millionen Euro. Er setzt sich vor allem aus Rückstellungen für Milchgeldnachzahlungen von 14 Millionen Euro und für Restrukturierungsmaßnahmen von 6,6 Millionen Euro zusammen.

Der Umsatz der BMI EG sank 2009 wegen der schlechten Preise um 76,9 Millionen Euro auf 321,6 Millionen Euro. Die BMI -Gruppe kam dagegen auf 399 Millionen Euro.

Keine Vergleichspreise mehr in Milchkaufverträgen

Hartmann hat ein hartes Sanierungskonzept für die nächsten drei Jahre angekündigt. So strebt er an, die "unzeitgemäße Preisformel" in einigen Milchkaufverträgen zu ändern. "Die in den Milchkaufverträgen festgelegten Vergleichpreisregelungen konnte die BMI 2009 mit ihren überwiegend aus Standardprodukten zusammengesetzten Sortiment nicht erwirtschaften", erläuterte Hartmann. Erste Vertragsverhandlungen hat er für Mitte des Jahres angekündigt. Da einige Verträge erst 2013 enden, werden sich die Verhandlungen hinziehen.

Auszahlung stärker an Ertragskraft koppeln

Hartmann will stattdessen die Auszahlung stärker an die Ertragskraft des Unternehmens koppeln.Diese muss die BMI aber dringend steigern. Denn bei einer Milchverarbeitung von 877,2 Millionen Kilo erzeugte die BMI-Gruppe nur 399 Millionen Euro Umatz - pro Kilo Milch sind das nur 0,45 Euro Umsatz.

Weniger Standorte sind das Ziel

Um die Ertragskraft zu stärken, will der BMI-Chef in den kommenden drei Jahren die Zahl der zwölf Standorte verringern. Derzeit denke er an zwei Standorte, die in den kommenden Jahren geschlossen werden sollen. Allerdings wollte der BMI-Chef auf Nachfrage dazu keine näheren Angaben machen. Daneben will der BMI-Chef die Produktpalette vor allem im Schnitt- und Hartkäsebereich straffen.

Erlösrisiken über verbessertes Kontraktmanagement dämpfen

Gleichzeitig will er die Verwertungserlöse steigern und dies Erlösrisiken über verbessertes Kontraktmanagement dämpfen. Dazu plant die BMI auch stärker im Lebensmittelhandel gelistet zu werden. "Erste Listungen für Reibekäse sind bereits erfolgt", verdeutlicht Hartmann die neue BMI-Strategie. Allerdings müsse die BMI dazu auch noch neue Produkte entwickeln. Eine gentechhnikfreie Milch sei derzeit aber nicht geplant, so Hartmann. Ebenso sollen die Spezialitäten im Bereich Trockenprodukte ausgebaut werden. (dlz agrarmagazin)

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