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Rinderherpes

Herpesvirus: Keine weiteren Fälle in Schleswig-Holstein

Holstein-Kuh-Wiese-Rind
Symbolbild © pixabay.com
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Jana Semenow , agrarheute
am
20.02.2018

In Schleswig-Holstein sind bisher keine neuen Fällen der Rinderseuche BHV1 aufgetreten, wie Landwirtschaftsminister Robert Habeck am 18.02.2018 mitteilte.

Bereits Anfang Februar war in Schleswig-Holstein das Bovine Herpesvirus 1 (BHV1) in vier Betrieben festgestellt worden, wie agrarheute bereits berichtete. Betroffen sind ein Milch- und Mastviehbetrieb im Kreis Rendsburg-Eckernförde. Das BHV1-Virus konnte hier bei einem Tier nachgewiesen werden. Bei allen anderen 660 Tieren wurden zudem Antikörper gegen das Virus festgestellt. Diese Tiere tragen den Erreger in sich, ohne selbst daran zu erkranken. Diese Rinder werden als sogenannte Reagenten bezeichnet. Das Fleisch dieser Tiere kann laut dem Ministerium für Justiz, Europa, Verbraucherschutz und Gleichstellung (MJEVG) aber bedenkenlos verzehrt werden. Der Erreger ist für den Menschen unbedenklich. Jedoch müssen klinisch erkrankte Tiere gemäß BHV1-Bunbdesverordnung getötet werden und dürfen nicht als Lebensmittel in den Handel gelangen.

In einem weiteren Betrieb im Kreis Rendsburg-Eckernförde sowie in zwei Betrieben im Kreis Stormarn wurden ebenfalls BHV1-Reagenten festgestellt. Die betroffenen Betriebe wurden gesperrt und Bekämpfungsmaßnahmen eingeleitet. Von den insgesamt 1.800 Rindern wurde bereits die Hälfte gekeult. Neben dem Schlachterlös soll zusätzlich eine Entschädigung bis zur Gesamthöhe des gemeinen Wertes der Tiere vom Tierseuchenfonds und vom Land Schleswig-Holstein gezahlt werden. Die genaue Höhe der Entschädigungssumme kann jedoch erst nach Durchführung der Maßnahmen bestimmt werden.

Kontrolluntersuchungen intensiviert

Betriebe im weiteren Umfeld werden ebenfalls auf das BHV1-Virus untersucht. Bislang gab es aber keine Hinweise auf eine Weiterverbreitung des Erregers in der Region.
Das Landwirtschaftsministerium in Schleswig-Holstein intensiviert zurzeit aber die Kontrolluntersuchungen aufgrund der aktuellen Nachweise von BHV1-Reagenten. Betriebe mit einem erhöhten Risiko für die Viruserkrankung werden über die regulär stattfindenden Kontrolluntersuchungen engmaschiger überwacht. Auch diese Untersuchungen lieferten bislang keine weiteren BHV1-Fälle.

Die Gefahr vor der Rinderseuche ist aber noch nicht vorbei

Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen könne aber eine weitere Ausbreitung des Herpesvirus nicht komplett ausgeschlossen werden. So können durch den Handel mit Rindern infizierte Tiere aus nicht BHV1-freien EU-Mitgliedsstaaten trotz hoher Auflagen vor dem Verbringen zugekauft werden. Daher sind Rinderhalter angehalten, weiterhin strenge Biosicherheitsmaßnahmen aufrecht zu erhalten. Das Ministerium rät Betriebe abzuschirmen und zugekaufte Rinder separat unterzubringen und auf Rinderseuchen untersuchen zu lassen.

Mit Material von Ministerium für Landwirtschaft Schleswig-Holstein
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