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Reaktion auf Edeka-Brief

Hilse: Edeka-Katalog überfordert Milchviehhalter

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Birgit Greuner, LAND & Forst
am
11.08.2016

Auf den Brief der Edeka-Zentrale hat jetzt das Landvolk reagiert. Es geht um „Mindestanforderungen zur Haltung von Milchkühen", die Edeka eingefordert hatte.

In einem Brief hatte die Edeka-Zentrale in Hamburg bei den deutschen Milchbauern „Mindestanforderungen zur Haltung von Milchkühen eingefordert. Jetzt reagierte Werner Hilse vom Landvolk Niedersachsen: Edeka gehe mit einem sechsseitigen Forderungskatalog weit über die gesetzlichen Bestimmungen und auch die ohnehin schon höheren Anforderungen im Qualitätsmanagement Milch hinaus. „Das geht gezielt gegen alle, aber insbesondere kleinere und mittlere bäuerlichen Familienbetriebe, sie werden damit regelrecht ausgebeutet.“

Hilse: Kein Wort von Entlohnung

Der Landvolk-Präsident verweist auf die enormen Vorleistungen der Milchwirtschaft im System Qualitätsmanagement Milch (QM Milch). Hier könnten sich die weiterverarbeitenden Stufen einbringen und gemeinsam mit der Landwirtschaft über weitere Entwicklungen austauschen. Mit keiner Silbe dagegen lasse Edeka erkennen, dass die Landwirte für den zusätzlichen Wunschkatalog des Handelskonzerns zusätzlich entlohnt werden sollten.

Die Milchviehhalter müssten erhebliche Aufwendungen betreiben, beispielsweise für Investitionen in den Umbau vorhandener Ställe oder zusätzliche und zeitintensive bürokratische Nachweispflichten ohne einen Cent Mehrwert. „Edeka spottet mit seinen Forderungen jeglicher Kaufmannsehre Hohn“, unterstrich Hilse.

Edeka soll Verantwortung für Milchbauern zeigen

Während der Handelskonzern auf der einen Seite mit der Tengelmann-Übernahme den Ausbau seiner Macht anstrebe, treibe er parallel die bäuerlichen Lieferanten von Lebensmitteln mit seiner Preispolitik und einer angeblichen gesellschaftlichen Verantwortung zur Verzweiflung.

Der Handel stehe auch in der gesellschaftlichen Verantwortung für die schwächsten Glieder der Kette, hier die Milchbauern. Nun wolle Edeka ihnen noch mehr Lasten aufbürden, um sich im untersten Preissegment, bei den Eigenmarken, zu profilieren.

Ruf nach Kartellamt und Bundeswirtschaftsminister wird laut

Das sei mit Nachhaltigkeit in keiner Weise zu vereinbaren, sondern stehe für Ausbeutung und Macht. Hier sollten nach Überzeugung des Landvolkpräsidenten sowohl das Kartellamt als auch der Bundeswirtschaftsminister genauer hinschauen.

„Viele tausende Arbeitsplätze in den bäuerlichen Milchviehbetrieben sind gefährdet und gleichzeitig baut der Lebensmitteleinzelhändler seine Machtposition weiter aus“, sagt Hilse. Gesellschaftliche Verantwortung sehe zweifelsfrei anders aus.

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