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Ratgeber Kuhgesundheit

Hochboxen vs. Tiefboxen: Hier liegt der Unterschied

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Katharina Krenn, agrarheute
am
18.04.2016

Der Liegeboxenlaufstall ist das am weitesten verbreitete Haltungssystem. Doch was ist besser: Hoch- oder Tiefboxen? Was Sie bei der Entscheidung beachten sollten, lesen Sie in unserem Ratgeber.

Grundsätzlich gelten Tiefboxen mit losen Schüttungen oder festen Stroh-Mist-Matratzen als die tiergerechtesten Liegeboxen. Doch sie erfordern einen hohen, kontinuierlichen Arbeitseinsatz. Es sollte bei der Entscheidung insbesondere der mögliche Pflegeaufwand mitberücksichtigt werden.

Der Versuch: Hochbox versus Tiefbox

Ein Versuch der bayerischen Forschungsanstalt in Grub hat gezeigt, dass sich die Belegung der Tiefboxen bei einem schlechten Pflegezustand erheblich reduzierte. Die Ergebnisse im Überblick:

  • Die Gesamtliegedauer verringerte sich von 13,2 auf 10,8 Stunden pro Kuh und Tag.
  • Das Betreten der jeweiligen Liegebox dauerte bei den Tiefboxen erheblich länger als bei den Hochboxen und verlängerte sich mit Verschlechterung des Pflegezustandes.
  • Umgekehrt waren die Werte für die Abliegevorbereitung: Diese lagen bei den Tiefboxen im Sekundenbereich, während sie sich bei den Hochboxen im Minutenbereich zeigten. Der Abliegevorgang selbst dauerte bei beiden Boxenarten etwa drei bis vier Sekunden.

Tiefbox: Vor- und Nachteile

Vorteile:

  • Bei guter Pflege hoher Liegekomfort
  • Hohe Akzeptanz
  • Geringere Investitionskosten

Nachteile:

  • Mehr Einstreu (zirka 0,3 - 1,2 kg pro Tag und Tier)
  • Höherer Arbeitsaufwand
  • Höhere Wärmebelastung im Sommer
  • Schlechtere Hygiene
  • Insgesamt höhere Betriebskosten

Hochbox: Vor- und Nachteile

Vorteile:

  • Weniger Pflegeaufwand
  • Leichtere Reinigung
  • Höhere Akzeptanz im Sommer
  • Geringere Betriebskosten

Nachteile:

  • Hohe Investitionskosten
  • Geringerer Liegekomfort: höhere Gelenkbelastungen
  • Verschmutzung der Euter

Tiefboxen: Das ist bei organischen Matratzen zu beachten

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