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Haltung und Mast

Hochträchtige Tiere: Transport künftig verboten?

von , am
27.07.2015

Berlin - Das Bundesagrarministerium erarbeitet derzeit Vorgaben für ein Transportverbot von trächtigen Tieren. "Die Praxis des Schlachtens hochträchtiger Tiere ist nicht akzeptabel", stellt Minister Schmidt klar.

Minister Schmidt will dem schlachten trächtiger Kühe beim Transport beikommen. © Mühlhausen/landpixel
Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt hält das Schlachten hochträchtiger Tiere für "nicht akzeptabel", wie er gegenüber Agra-Europe erklärt hat. Das Schlachten hochträchtiger Tiere werfe nicht nur moralisch-ethische Fragen auf, sondern stelle eine "erhebliche Tierschutzproblematik" dar.
 
Nach Angaben des Ministers werde geprüft, welchen Spielraum es auf nationaler Ebene gibt, die Abgabe hochträchtiger Tiere zum Zwecke des Schlachtens oder deren Transport zu beschränken. Laut BMEL eröffnet die EU-Verordnung 1099/2009 "über den Schutz von Tieren zum Zeitpunkt der Tötung" den Mitgliedstaaten keine Möglichkeit, für die Tötung von Tieren innerhalb von Schlachthöfen nationale Regelungen zu erlassen.

Schmidt nimmt EU-Kommission in die Pflicht

Parallel zu den nationalen Überlegungen fordere sein Ministerium weiterhin bei der EU-Kommission, sich der Lösung des Problems anzunehmen, erklärte Schmidt. Studien aus jüngerer Zeit hätten deutlich gemacht, dass die Schlachtung hochträchtiger Tiere in Europa kein Einzelphänomen sei.
 
Dazu stehe das BMEL in engem Kontakt mit der Europäischen Kommission, jedoch sei die Kommission entgegen ihrer ursprünglichen Zusage bislang der Bitte seines Hauses nicht gefolgt und habe der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) kein Mandat zur Klärung der offenen Fragen erteilt. Aus diesem Grund stehe man nun selbst im Kontakt mit der EFSA und werde um die Erstellung eines entsprechenden Gutachtens bitten, kündigte Schmidt an. 
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