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Junglandwirt

Hofnachfolger Bernhard: „Tierhaltung macht mir einfach Freude.“

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am Dienstag, 09.02.2021 - 08:41 (Jetzt kommentieren)

Die Eltern von Bernhard Raith rieten ihrem Sohn, einen Beruf außerhalb der Landwirtschaft zu erlernen. Er entschied sich jedoch für seinen Traum und führt heute den Milchviehbetrieb in dritter Generation weiter.

An der Bundesstraße 8 zwischen Pfatter und Geisling in der Oberpfalz in Bayern liegt die alte Moosmühle. Man sieht sie noch, geschützt von kräftigen Erlen und struppigen Haselnusssträuchern, gleich neben dem Wohnhaus der Familie Raith. Das Mühlrad steht allerdings schon lange still. Dort, wo sich vor dem Donaudammbau einst der Mühlbach durch die Fluren „In der Tiefe“ und „Tiefen Wiesen“ schlängelte, grast heute Jungvieh auf der Weide. Es sind die Tiere von Bernhard Raith, der den Betrieb bereits in der dritten Generation als Landwirt bewirtschaftet – und sich dabei ganz bewusst für die Tierhaltung entschieden hat.

Bernhard wollte unbedingt Landwirt werden

„Ende der 80er-Jahre hat mein Vater den Betrieb von meinem Opa mit 19 ha Fläche und 27 Stück Milchvieh übernommen“, sagt der 27-Jährige. Die Größe des Betriebs änderte sich nicht, bis der Junglandwirt 2010 vor der Frage stand, ob er in den Hof einsteigt. Seine Eltern hatten ihm dazu geraten, zuerst eine außerlandwirtschaftliche Ausbildung zu machen, schließlich ging der Trend damals schon eher weg von der Milchviehhaltung. Aber Bernhard wollte unbedingt Landwirt werden. „Das war mein Traum.“

Investitionskozept erstellt

Dass zu diesem Traum auch die Tierhaltung gehört, stand für ihn außer Frage. „Ich wollte schon immer etwas mit Tieren machen. Die Tierhaltung macht mir einfach Freude.“ Außer Frage stand allerdings auch, dass der Betrieb mit 27 Milchkühen in Anbindehaltung nicht zukunftsfähig ist. So hat der junge Landwirt seine Zukunft in die Hände genommen und seine Meisterarbeit dazu genutzt, ein Investitionskonzept zu erstellen.

Infrastruktur war auf Tierhaltung ausgelegt

Natürlich hat er dabei genau abgewogen, ob seine Zukunft wirklich die Milchviehhaltung ist. „Unser Betrieb liegt hier in einer totalen Ackerbauregion mit Kartoffelanbau. In nur 10 km Entfernung ist eine Produk- tionsstätte der Südstärke GmbH. Die Viehdichte ist bei uns demnach sehr gering.“ In den Kartoffelanbau einzusteigen war jedoch für ihn nicht rentabel. „Dafür war die Infrastruktur auf unserem Hof nicht da. Keine Lagerhalle, keine Maschinen, da hätten wir ganz schön investieren müssen.“ Außerdem hätten ihm die Tiere einfach gefehlt. So bleibt er seinem Motto treu: Um Erfolg zu haben, muss das Konzept zum Betrieb und zum Menschen passen, egal ob mit oder ohne Tierhaltung. Und mit seinem Betriebskonzept fühlt er gut für die Zukunft aufgestellt.

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