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Kälbergesundheit

Impfen, impfen und trotzdem krank: Das sollten Rinderhalter wissen

Ob Kälber nach der Impfung an Rindergrippe erkranken hängt von vielen weiteren Faktoren ab.
am Donnerstag, 20.10.2022 - 09:47 (Jetzt kommentieren)

Geimpft und trotzdem erkrankt – in den sozialen Netzwerken diskutieren die Rinderhalter stark, warum die Rindergrippe trotz Impfung immer wieder den Weg in ihren Bestand findet. Welche Checkpunkte im Stall und im Management Sie sich dazu genau anschauen sollten, um dieses Problem zu lösen, lesen Sie hier.

Der Herbst ist da und mit ihm häufen sich die Fälle von Rindergrippe in den Beständen. Rund 250 Euro für Behandlungen und Minderleistung fallen damit meist pro erkranktem Tier an. Um dies zu verhindern und Folgeerkrankungen zu vermeiden, ist es ratsam, gegen Rindergrippe zu impfen.

Dass es trotz Impfung immer wieder zu Durchbrüchen kommt, liegt daran, dass diese Grippe eine Faktorenkrankheit ist und damit von unterschiedlichen Erregern, Umweltbedingungen und dem Immunstatus des Tieres beeinflusst wird.

Kälber können trotz Impfung erkranken ...

... wenn Impfung, Haltung und Fütterung sowie das Aufkommen von Stress nicht passen. Deshalb ist es wichtig zu wissen, dass ...

  • Impfungen nur funktionieren, wenn sie sich gegen den richtigen Keim richtet: deshalb vor dem Impfen mittels Keimprobe den Erreger bestimmen lassen.
  • kranke und gestresste Tiere besser nicht geimpft werden sollten: Die Impfung greift in solchen Situationen oft nicht richtig.
  • beim Impfen des Bestands auch einmal Tiere durchrutschen: Dagegen hilft es, die Rinderherde in Impfgruppen einzuteilen und die Impfungen zu dokumentieren.
  • die Impfabstände und -wiederholungen für den Erfolg entscheidend sind: deshalb sollten diese nicht vergessen und eingehalten werden.
  • Kälber häufig vor dem 8. Lebenstag erkranken und die Mutterkühe rund vier Wochen vor dem Kalben geimpft werden sollten: Das Kolostrum enthält dann vermehrt Antikörper gegen Erreger wie BRSV, PI 3 und M. haemolytica.
  • Kälber ab einem Alter von rund zwei Wochen selbst geimpft und immunisiert werden können.

Rindergrippe: Stress oder mangelhaftes Stallmanagement nicht selten Hauptursache

Auch eine zu hohe Belegdichte und der damit verbundene Keimdruck können für extra Stress sorgen, sodass die Grippe ausbricht. Großen Einfluss auf das Ausbrechen der Rindergrippe hat auch die Belüftung: Zugluft oder unzureichende Belüftung sollten vermieden werden.

Auch wichtig zu wissen: Das Immunsystem der Jungtiere muss stark sein: vier Liter Kolostrum in den ersten Lebensstunden und vor allem dann, wenn das Muttertier gegen Rindergrippe geimpft wurde, helfen es zu stärken. Zudem sind intensiv getränkte Kälber in der Regel gesünder und überstehen solche Erkrankungen besser.

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