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Internationaler Milchmarkt

Index für globalen Milchpreis steigt 2016 um 47 Prozent

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Redaktion agrarheute, agrarheute
am
09.03.2017

Ausgehend von einem sehr niedrigen Niveau stieg der Milchpreis-Index an der GlobalDairyTrade in 2016 um 47 Prozent. Zuletzt ging es aber wieder etwas südwärts.

Bei den Auktionen an der neuseeländischen Handelsplattform GlobalDairyTrade (GDT) wurden im Jahr 2016 Milchprodukte im Umfang von 636.000 t und einem Gesamtwert von 1,7 Mrd. US-Dollar verkauft. Der Gesamtindex, in dem eine Bandbreite von verschiedenen Molkereiprodukten und Kontrakt-Zeiträumen zusammengefasst ist, stieg im Laufe des Jahres - von einem relativ tiefen Niveau ausgehend - um 47 Prozent (%) und erreichte im Dezember ein 30-Monats-Hoch. Dies geht aus dem GDT-Jahresbericht 2016 hervor, der diese Woche präsentiert wurde.

"Trotz der vergleichsweise schwierigen Marktbedingungen fanden 95 % der angebotenen Erzeugnisse einen Käufer", berichtete GDT-Vorsitzender Eric Hansen. Im Schnitt wurden bei den Events 163 aktive Bieter verzeichnet.

GlobalDairyTrade startet 2008

Die GlobalDairyTrade wurde im Jahr 2008 vom neuseeländischen Molkereiriesen Fonterra als internationale Handelsplattform für Milchgrundprodukte ins Leben gerufen. Seither finden zweimal pro Monat entsprechende Auktionen (Events) statt. Der GDT-Index gilt als wichtiger Indikator für die Entwicklung des internationalen Milchmarkts.

Im Januar 2016 lag er mit 718 Punkten auf einem sehr niedrigen Niveau und spiegelte damit auch die kritische globale Marktsituation wider. Bis März gab der Index weiter nach und erreichte einen Jahrestiefstwert von 628 Punkten. In den folgenden Monaten setzte eine Phase der Markterholung ein, die sich - mit kleinen Unterbrechungen - bis Jahresende fortsetzte und Mitte Dezember zu einem Index von 1.076 Punkten führte.

Milchpulver nimmt Hauptanteil bei der Auktion ein

Am umfangreichsten wurden bei den GDT-Auktionen im Jahr 2016 Vollmilchpulver (Anteil 49%) und Magermilchpulver (24%) gehandelt, diese beiden Molkereiprodukte repräsentieren fast drei Viertel der Verkäufe. Dem Jahresbericht zufolge entwickelten sich 2016 die Preise für alle bei den GDT-Auktionen gehandelten Milchprodukte positiv.

Die meisten Bieter bei den GDT-Events kamen 2016 - so wie in den Jahren davor - aus Ländern im Norden Asiens (Anteil 29 %) sowie aus Südostasien und Ozeanien (26 %). Rund 12 % der teilnehmenden Bieter stammten aus Europa und jeweils 10 % aus Afrika, dem Mittleren Osten sowie aus Süd- und Zentralamerika. Auf Nordamerika entfielen nur 3 % der Bieter.

Index zuletzt wieder rückläufig

Bei der jüngsten GlobalDairyTrade-Auktion, die am Dienstag stattfand, gaben die Preise für die meisten gehandelten Molkereiprodukte spürbar nach. Der Gesamtindex verringerte sich um 6,3 %. Besonders deutlich fiel das Minus bei Magermilchpulver (-15,5 %) und bei Vollmilchpulver (-12,4 %) aus. Lediglich Butter (+1, 2%) und Buttermilchpulver (+8,4 %) wiesen eine positive Preisentwicklung auf. Milchfett wird also derzeit gut bezahlt - nicht nur in der EU. Im Gegensatz dazu erfuhren die Milchpulverpreise einen Dämpfer.

Analysten zeigten sich von dem deutlichen Preisrückgang nicht wirklich überrascht, weil die Vollmilchpulver-Futures in Neuseeland zuletzt schwächelten. Außerdem hatte der Molkereiriese Fonterra vor einer Woche angekündigt, das Angebot an Voll- und Magermilchpulver bei der kommenden Auktion zu erhöhen (um 6 % beziehungsweise 49 %).

Mit Material von aiz info

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