Login
Ratgeber

Installation eines Notstromaggregates: So geht's

© B. Feller
Bernd Feller, LWK Nordrhein-Westfalen
am
28.10.2015

Ein mehrstündiger Stromausfall kann in tierhaltenden Betrieben ohne Notstromaggregat enorme Probleme verursachen. Ein Ersatzstromerzeuger ist deshalb für viele Tierhalter sinnvoll. Was Sie zum Einbau einer Ersatzstromanlage wissen müssen.

Insbesondere bei automatischen Melk- oder Fütterungssystemen, sollte eine fortlaufende Stromversorgung gewährleistet sein. Es muss nur einen Blitzschlag geben und der ganze Betrieb ist für Stunden lahmgelegt. In der Tierschutz-Nutztierordnung ist ein Notstromaggregat gefordert, wenn die Versorgung der Tiere bei einem Stromausfall nicht garantiert ist. Daher macht es in einigen Fällen Sinn eine Ersatzstromanlage nachzurüsten. Was sie zum Einbau einer Ersatzstromanlage wissen müssen, lesen Sie in unserem Ratgeber.

Diese Voraussetzungen müssen erfüllt sein

  • Zustimmung des Versorgungsnetzbetreibers
  • Leicht zugänglichen Einspeisepunkt
  • Netztrennschalter: allpoliges Abschalten vom Netz
  • Aufteilung der Verbraucher auf verschiedene Stromkreise
  • Probebetrieb (monatlicher Probelauf)

Die Leistung berechnen

Für die notwendige Leistung sollte die Anzahl der Verbraucher (Lüftung, Fütterung, Mischanlage, Licht) ermittelt werden. Für jeden zusätzlichen Verbraucher sollten 20 bis 25 Prozent Zuschlag berechnet werden. Der Leistungsfaktor wird mit durchschnittlich 0,8 berechnet. Für die notwendige Motorleistung gilt: Faustzahl = notwendige Generatorleistung x 2 Beispiel 20 kW erforderlicher Notstrom: 20 kW x 1,25 : 0,8 = 31 kVA x 2 = 60 kW Schlepperleistung (circa 80 PS)

Mindestanforderungen für Zapfwellenaggregate

  • Spannungsüberwachung (bei 400 V: von 370 bis 410 V)
  • Frequenzüberwachung (von 47 bis 53 Hz)
  • Generatorleistungsschalter (Überlastsicherung)
  • Potenzialausgleich (Erdung des Sternpunkts, darf nicht geschaltet sein)
  • Fehlerstromschutzschalter (für den Feldbetrieb)
  • Schieflasttauglichkeit (unterschiedliche Last auf den Phasen)
  • Anzeigeinstrumente : Amperemeter je Phase; Voltmeter, Frequenz, Stundenzähler
  • Getriebeübersetzung zum Schlepper passend
  • leistungsgerechtes Getriebe zur Aufnahme der Kraft (Bescheinigung)
  • Gelenkwelle mit Freilauf (Zapfwellenbremse!)
  • IP-Schutzart-Prüfung

Installation eines Notstromaggregates: So geht's

Aus Kostengründen bevorzugen die meisten Betriebe ein schleppergetriebenes Gerät vor. © B. Feller
Die Steckdosen für den Feldeinsatz werden über den Sicherheitskasten abgesichert. Der Netzanschluss erfolgt über die Anschlussdose. Es gibt Anzeigeninstrumente für Spannung, Hertz, Ampere je Phase und Betriebsstunden. © B. Feller
Der Anschluss erfolgt an die Hausanschlussschiene oder an einen Erdungsspieß beim Feldeinsatz. © B. Feller
Das Typenschild eines Notstromaggregats gibt Auskunft über die wichtigsten Leistungsdaten © B. Feller
So unterscheiden sich die Steckdosen: Links: normale Steckdose mit Erdungsstift unten; Rechts: Steckdose für die Haupteinspeisung mit Erdungsstift oben. © B. Feller
Auch interessant