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Milchproduktion

Internationaler Milchmarkt: Preise stabilisieren sich

© Mühlhausen/landpixel
von , am
19.07.2012

Washington - Das USDA geht für das kommende Jahr von einem minimalen Wachstum der Milchproduktion aus. Der Milchmarkt scheint bei stabilen Preisen sein Gleichgewicht zu finden.

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© krick/agrar-press
In den USA, hat die extreme und langanhaltende Trockenheit schwerwiegende Auswirkungen auf die Maisbestände und die Maisernte. Die amerikanischen Milchbauern müssen sich jetzt mit relativ niedrigen Milchpreisen und steigenden Futtermittelkosten zurechtfinden. Unter diesen erschwerten Bedingungen rechnet das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) mit einem nur minimalen Wachstum der Milchproduktion für 2013, was sich schon jetzt auf die Stabilisierung der Milchpreise auszuwirken scheint.

Steigende Preise an der Börse

Auch die Wetterprognose für Ozeanien scheint gegen Ende des Jahres nicht optimal für die Milchbauern zu sein. Die Großwetterlage "La Nina" wirkte sich bisher positiv auf das Wachstum der Weiden und die Milchproduktion aus. Zum Ende des Jahres könnte allerdings aus "La Nina" "El Nino" werden, was zu einer trockenen Witterung und erschwerten Bedingungen für die Milchbauern führt.
 
Die größte Börse in Chicago reagierte. An der Chicago Mercantile Exchange, stiegen die Preise für Butter und Käse seit Mitte Mai bis heute um 19 Prozent und zwölf Prozent. Die Preise für Magermilchpulver haben sich an der Westküste um über neun Prozent erhöht und erreichen 2.500 US-Dollar pro Tonne.

Markt scheint im Gleichgewicht

In den letzten zwei Jahren ist die Milchproduktion in den wichtigsten Exportländern wie US, EU-27, Australien und Neuseeland um zwei Prozent angestiegen. Der Markt reagierte entsprechend und die Preise gerieten in der ersten Hälfte des Jahres unter Druck. Dennoch scheint der internationale Milchmarkt sein Gleichgewicht gefunden zu haben. Die Preise haben sich - wenn auch auf relativ niedrigem Niveau - stabilisiert. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Preise weiter zurückgehen, schätzt das US-Landwirtschaftsministerium als gering ein.

Chinas Importbedarf steigt

Ein wichtiger Faktor für den Milchmarkt ist neben der Produktionsmenge die Importnachfrage. In einigen asiatischen Ländern und Nordafrika geht die Nachfrage nach Milchprodukten zurück. So wird zum Beispiel Algerien in diesem Jahr 13 Prozent oder 285.000 Tonnen weniger Milchpulver importieren.
 
Ein anderes Bild zeigt sich beim mittlerweile wichtigsten Importeur China. Das USDA geht davon aus, das Chinas gesamte Einfuhr von Milchpulver in diesem Jahr um 14 Prozent oder 512.000 Tonnen steigt. Gründe dafür sind zum einen, der durch die Urbanisierung und das Wirtschaftswachstumder weiterhin robuste Inlandsverbrauch. Und zum anderen, das nach wie vor geringe Vertrauen Chinas Bevölkerung in die eigenen Milcherzeugnisse. 
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