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Milchproduktion

Italien will Milch-Importe verhindern

von , am
07.07.2010

Brenner - Wegen der Mozarella-Probleme der bayerischen Molkerei Jäger macht jetzt der italienische Bauernverband Druck auf Milchimporte aus Bayern und Deutschland.

© agrarfoto.com

Gestern kam es daher am Brennerpass zu einer Demonstration, an der nach Berichten von NZZ Online und Südtirol Online rund 1.000 Milchbauern aus ganz Italien teilgenommen haben.

Laut Angaben des italienischen Bauernverbandes sollen es gar 3.000 gewesen sein. Sie plädierten für eine bessere Kennzeichnung nicht-italienischer Waren. Auch der italienische Landwirtschaftsminister Giancarlo Galan schloss sich der Kundgebung am Brenner an.

 

Mozzarella Skandal war ausschlaggebend

Der Bauernverband wirft der EU Versäumnisse bei der Förderung von mehr Transparenz über die Herkunft der Lebensmittel vor."Der Mozzarella-Skandal war der letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat. Italien werde von ausländischen Lebensmitteln schlechter Qualität überschwemmt, die als 'Made in Italy'-Produkte verkauft werden, was den italienischen Konsumenten und Bauern große Schäden zufüge, erklärte Coldiretti-Chef Sergio Marini. Jedes Jahr würden 21,3 Mrd. Kilo Milch über den Brenner nach Italien gebracht, die Industrie verkaufe die Produkte dann als italienische, weshalb die Konsumenten die Herkunft nicht nachvollziehen könnten.

Südeuropäer wollen Markt abschotten

Auch auf europäischer Ebene machen die Südeuropäer Druck. So wollen sie nach unseren Recherchen bei den derzeit laufenden Sitzungen im Milchausschuss von COPA/COGECA in Brüssel besonders die Milch-Importländer wie Italien, Spanien, Portugal massiv auf die obligatorische Kennzeichnung drängen, dagegen sind die Exportländer für eine falkultative Kennzeichnung. Allerdings arbeitet die EU-Kommission an einem Grünbuch zur Lebensmittelqualität. Darin will sie auch die obligatorsiche Kennzeichnung der Lebensmittel vorschlagen.

Italiengeschäft bisher unbeeinflusst

Bereits Mitte Juni, also vor dem Fall des "blauen Mozarellas" hatte der Fachausschuss Milch des Deutschen Bauernverbandes gegen eine obligatorische Kennzeichnung ausgesprochen. Kritiker sehen die italienischen Proteste eher als den Versuch den eigenen Markt abzuschotten, als die Verbraucher zu schützen. Nach unseren Informationen haben sich bisher die Agitationen gegen deutsche Milchprodukte keine Auswirkungen auf das Italiengeschäft. (dlz agrarmagazin)

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