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Intitiative Tierwohl

ITW Rind: So viel mehr Geld gibt’s für Rinderhalter

Mastbullen am Futtertisch
am Freitag, 25.02.2022 - 10:22 (Jetzt kommentieren)

Nach QM+ geht nun auch die ITW Rind zum 1. April 2022 an den Start. Mit ITW Rind wird Rindfleisch für die Haltungsformstufe 2 des LEH erzeugt.

Die Grundlage für ITW Rind bilden die Tierschutz- und Tiergesundheitsanforderungen des Qualitätssicherungssystems QS, denen die ITW jetzt ein Tierwohl-Plus hinzufügt. Die Branchenvereinbarung zwischen Handel, Schlachtunternehmen und Bauernverbänden legt für die ITW Rind fest, dass für die Tierwohlkriterien ein Preisaufschlag von 10,7 Cent beziehungsweise ab 1.4.2023 12,83 Cent je kg Schlachtgewicht vom LEH gezahlt werden. Die Erhöhung in 2023 erfolgt, weil ab diesem Zeitpunkt das Kriterium Scheuermöglichkeit umgesetzt werden muss und auch erst ab diesem Zeitpunkt erst honoriert wird.

Für Kälbermastbetriebe gibt es keinen einheitlichen Preisaufschlag – dieser wird bilateral zwischen den Partnern verhandelt.

Auch Milchviehbetriebe können für Schlachtkühe (zum Beispiel aus dem Programm QM+) einen Zuschlag von 4 Cent/kg Schlachtgewicht erhalten. Milchviehbetriebe sollten sich mit ihrer Molkerei in Verbindung setzen und an einem von der ITW anerkannten Tierwohl-Programm für Milch teilnehmen. Sie könnten dann eine Zulassung für die ITW erhalten und ihre Schlachtkühe als ITW-Tiere vermarkten.

Das Engagement der Rinder- und Kälbermäster wird direkt über die Teilnahme an der ITW durch die Abnehmer (wie etwa Schlachtbetriebe) honoriert.

Zu beachten ist, dass mit einer Teilnahme nicht automatisch der Preiszuschlag gezahlt wird, da die Finanzierung entlang der Wertschöpfungskette läuft. Den Tierhaltern ist daher dringend zu empfehlen, mit ihrem Schlachthof beziehungsweise Abnehmer eine verbindliche Vereinbarung zur Zahlung des Zuschlags zu treffen.

 

Drei Quadratmeter je Tier in der Endmast für den ITW-Bonus

Für den Tierwohlaufschlag müssen die Betriebe verschiedene Auflagen erfüllen. So sind definierte QS-Basiskriterien aus Tierhaltung, Tiergesundheit und Hygiene umzusetzen. Es gilt spezielle Haltungsanforderungen, wie Sauberkeit der Tiere und intensive tierärztliche Bestandsbetreuung, sowie ein vergrößerte Platzangebot, entsprechend der Haltungsform-Stufe 2, zu berücksichtigen. So sind in der Endmast mindestens 3 Quadratmeter je Tier vorzusehen. Außerdem sind ab nächstem Jahr zwingend Scheuermöglichkeiten für Mastrinder vorgeschrieben.

Für die Milchviehhaltung sind zusätzliche spezielle Kriterien vorgeschrieben.

Die Prüfsystematik ist analog zu Schwein und Geflügel: Während der dreijährigen Laufzeit werden die Tierhalter zwei Mal im Jahr kontrolliert.

Ab 15. März 2022 startet die Anmeldung für Rindermast-, Kälbermast- und Milchviehbetriebe. Die Auditierung beginnt am 1. April 2022.

Mit Material von Initiative Tierwohl

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