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Weideschlachtung

Wenn der Jäger Rinder auf der Weide schießt

Schwarze und braune Angusrinder auf Weide
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Markus Pahlke, agrarheute
am
18.09.2017

...bedeutet das weniger Stress für die Tiere. Dafür steigt der Aufwand für Kontrolle und Transport. Biolandwirt Herbert Siegel aus dem Allgäu will seine Rinder nicht mehr im Schlachthof schlachten lassen. Stattdessen setzt er auf den Jäger.

Schlachten macht nie Spaß“, sagt Herbert Siegel. „Aber zumindest kann man versuchen, beim Tier Angst und Stress zu vermeiden.“ Seit einem Jahr schlachtet der Landwirt seine Rinder in einer mobilen Box direkt auf seinem Allgäuer Hof im bayerischen Missen.

Siegel hat sich aus Gründen des Tierwohls für die alternative Schlachtmethode entschieden. Früher wurden seine Rinder noch zum Schlachthof transportiert - das löste bei ihnen großen Stress aus, erzählt der Biobauer.

Mit Jäger, Tierarzt und Metzger auf der Weide

Jetzt schießt ein Jäger die Rinder direkt auf der Weide. Neben dem Schützen steht ein amtlicher Tierarzt und ein Metzger. „Wir fahren mit der Schlachtbox zur Herde“, erklärt der Landwirt. „Der Jäger schießt dem Rind mit einem Gewehr mit Schalldämpfer ins Gehirn. Der Schuss muss sitzen, dann ist das Rind sofort tot. Die anderen Kühe merken davon so gut wie nichts“, sagt Siegel.

Der Metzger bringt das Tier in die Schlachtbox und lässt es nach einem Halsschnitt ausbluten. Danach wird die Box geschlossen, das tote Rind in die Schlachtstätte gefahren und dort weiter verarbeitet.

200 Landwirte schlachten auf diese Weise

Der Tierschutz finde bei der Schlachtung zu wenig Beachtung, sagt Lea Trampenau. Die Agrarwissenschaftlerin berät europaweit Landwirte zu alternativen Schlachtmethoden. Deutschlandweit schlachten etwa 200 Landwirte ihre Rinder mit dem Gewehr auf der Weide, schätzt sie. Zum Vergleich: 2015 gab es über 3,5 Millionen gewerbliche Rinderschlachtungen in Deutschland. Die Weideschlachtung ist bisher nur bei Rindern erlaubt.

Der Aufwand ist groß

Der Aufwand ist beim mobilen Schlachten sehr groß, erklärt Siegel. Die Box muss strenge hygienische Vorgaben erfüllen. Zudem braucht es eine Genehmigung durch das Veterinäramt, eine waffenrechtliche Erlaubnis und einen Sachkundenachweis. Und gestattet ist die Methode nur für Rinder, die ganzjährig auf der Weide gehalten werden. Außerdem muss der nächste Schlachtbetrieb in der Nähe sein, denn der Transport darf nicht länger als eine Stunde dauern.

Für Siegel lohnt es sich

Das hat seinen Preis: Der Allgäuer Biobauer verkauft das Rindfleisch für 18 Euro pro Kilogramm im gemischten Paket. Viele Verbraucher seien jedoch bereit, diesen Preis zu zahlen - «die Nachfrage ist groß», sagt Siegel. Zu seinen Kunden gehören unter anderem ein Bio-Hotel und auch Privatleute.

Mit Material von dpa

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