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Aus der Wirtschaft

Jungbullen: Preise geben nach

von , am
15.02.2013

Die Europäische Komission geht für das aktuelle Jahr von einer sinkenden Rindfleischproduktion aus. Während der Export sinkt, nimmt der Import weiter zu.

Die Preise für Jungbullen der Handelsklasse O3 liegen mit 3,45 Euro/kg 21 Cent über dem Vorjahr. © Mühlhausen/landpixel
Die Jungbullenpreise haben in den ersten Wochen des neuen Jahres nachgegeben. Ursache dürften wohl Probleme im Export sein. Der europäische Binnenmarkt bleibt jedenfalls auch im laufenden Jahr knapp versorgt. Dieser Umstand dürfte den möglichen Preisrückgang begrenzen.

Produktion schrumpft auch 2013

Die Europäische Kommission schätzte die Produktion für das Jahr 2013 zuletzt auf 7,76 Millionen Tonnen (Mio. t.)  Das ist im Vergleich zu 2012 ein weiterer Produktions- und Angebotsrückgang um etwa ein Prozent. Im Vergleich zum Jahr 2011 ist die erzeugte Rindfleischmenge damit sogar 5,5 Prozent (%) kleiner. Offenbar ist damit jedoch der Boden des Produktionsrückgangs erreicht. Für das Jahr 2014 erwartet die Kommission jedenfalls wieder eine Zunahme der Erzeugung.

Export geht zurück

Gleichzeitig stabilisiert sich im laufenden Jahr nach Einschätzung der Kommission der Rindfleischverbrauch. Damit sind Angebot und Bedarf nahezu ausgeglichen. Beim Export rechnet die EU-Kommission in ihrer Marktvorschau für 2013 allerdings mit einem Rückgang um rund 15 %. Vor allem der Lebendexport (Türkei) schrumpft sehr kräftig. Der Rückgang der Ausfuhren dürfte auch der Grund für den derzeitigen Preisrückgang am europäischen Markt sein.

Import nimmt wieder zu

Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass © dlv
Der Import wird aus Sicht der Kommission wegen der hohen Preise am EU-Binnenmarkt wieder etwas zunehmen. Allerdings übersteigt die Ausfuhr von Rindfleisch, die Einfuhr in die EU noch immer moderat und die EU bleibt auch 2013 Nettoexporteur bzw. die Bilanz ist fast ausgeglichen. Die hohen Rinderpreise am EU-Binnenmarkt stabilisieren gleichzeitig jedoch auch die Produktion in der EU. Im letzten Quartal 2012 waren die Preise in der EU mehr als 20 % höher als im Mittel der Jahre 2007 bis 2011.
 
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