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Kälberenthornung

Kälber besser vermarkten: Richtiges Enthornen ist entscheidend

Kälberstall
am Mittwoch, 02.01.2019 - 12:25 (Jetzt kommentieren)

Ab dem 1. Februar wollen viele Kälbervermarkter aus Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen nur noch Kälber annehmen, die nach guter fachlicher Praxis enthornt wurden. Die 11 wichtigsten Tipps für Landwirte, die sicher gehen wollen, dass ihre Kälber auch weiterhin abgenommen werden.

Ab Februar wollen viele Vermarkter nur noch Kälber abnehmen, die nach guter fachlicher Praxis enthornt wurden. Diese 11 Tipps helfen Ihnen auf der sicheren Seite zu sein.

  • Das Tierschutzgesetz gibt vor, das bei Kälbern bis zum 41. Tag die Hornanlagen verödet werden dürfen.
  • Das Veröden erfolgt am besten in den ersten beiden Lebenswochen. Wenn die Hornknospen noch klein sind, ist auch das Handling besser.
  • Der Landwirt darf das Enthornen selbst vornehmen. Dabei ist aber der Einsatz von Schmerz- und Betäubungsmitteln verpflichtend und seit 2015 auch relevant für Cross Compliance (cc).

Nicht mehr als vier Kälber im Voraus spritzen

  • Man sollten keine gestressten Kälber behandeln, da hier die Betäubung schlechter wirkt. Der Abstand zu den Kälbermahlzeiten sollte mindestens ein bis zwei Stunden betragen.
  • Fressgitter oder ähnliche Öffnungen sollten Sie vor dem Eingriff schließen, damit die Tiere sich nicht anschließend unabsichtlich erdrosseln.
  • Rechnen Sie pro Kalb mit jeweils 15 Minuten. Spritzen Sie nicht mehr als vier Kälber im Voraus, sonst besteht die Gefahr, dass die Wirkung im Vorfeld nachlässt.
  • Der Brennkopf sollte an die Hornknospengröße angepasst sein. Akkubetriebene Geräte eignen sich in der Regel nur für junge Kälber.
  • Herrschen niedrige Außentemperaturen, benötigen die Geräte in der Regel längere Aufheizphasen.
  • Geräte mit Umsicht anwenden: Wird zu viel Kraft aufgewendet oder zu lange gebrannt, kann es das Kopfhautgewebe des Kalbs schädigen.

Enthornen nach der sechsten Woche ist tabu

  • Ab dem 42. Lebenstag dürfen Kälber nicht mehr enthornt werden. Unter bestimmten Voraussetzungen (z.B. Hornbruch, eingewachsenes Horn) ist es dem Tierarzt erlaubt, das Kalb unter Betäubung zu behandeln.
  • Laut Tiertransport-Verordnung dürfen keine verletzten Tiere transportiert werden. Zu solchen Verletzungen gehören auch noch nicht verheilte Verödungen. Daher sollte man die Tiere spätestens zehn Tage vor dem Verbringen enthornt haben.
Mit Material von Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft, Tiergesundheitsdienst

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