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Aus der digitalen Ausgabe

Kälber nach der Geburt paarweise halten: So geht’s

Zwei Kälber saufen Milch im Iglu
am Montag, 07.09.2020 - 05:00 (Jetzt kommentieren)

Zwei Kälber in einem Iglu zu halten, ist gut für das Sauf-, Fress- und Lernverhalten der Tiere. Veterinär Dr. Michael Schmaußer aus Freising-Pulling erklärt uns, worauf man achten sollte.

Welche Erfahrungen haben Sie mit der paarweisen Kälberhaltung gemacht?

Ich habe nur positive Erfahrungen gemacht. Der landwirtschaftliche Betrieb, auf dem ich aufgewachsen bin, hält die Kälber schon seit 35 Jahren paarweise. Aus gutem Grund: Paarweise gehaltene Kälber sind aktiver als einzeln gehaltene. Und sie saufen mehr. Wenn eins der Kälber säuft, dann will das andere Kalb auch saufen. Das ist der Futterneid.

Sind die Effekte der paarweisen Kälberhaltung wissenschaftlich belegt?

Studien belegen, dass Kälber, die ab dem dritten Lebenstag paarweise gehalten werden, besser fressen und höhere Tageszunahmen haben. Versuche haben auch gezeigt, dass paarweise gehaltene Kälber schneller lernen. Sobald sie in die Gruppe kommen, sieht man, dass sie besser mit anderen Kälbern und neuen Dingen, etwa einem Tränkeautomat, zurechtkommen. Das bedeutet weniger Stress.

Warum ist die Intensivtränke so wichtig?

Tierarzt Dr. Michael Schmaußer

Da man zwei Kälber in einer Box hat, weiß man nicht, wie viel jedes Kalb gesoffen hat. Das eine Kalb ist vielleicht ein bisschen stärker und säuft dem anderen die Milch weg. Um das zu verhindern, ist die Intensivtränke nötig. Das heißt, die Kälber erhalten zweimal am Tag maximal 7 bis 8 l angesäuerter Vollmilch oder Milchaustauscher pro Mahlzeit.

Man beginnt bei 2 bis 3 l Milch und sobald das Kalb den Eimer leer gesoffen hat, bekommt es 0,5 l mehr. Insgesamt sollte man die Kälber sechs bis acht Wochen Vollgas tränken. Und danach sechs bis acht Wochen langsam abtränken. Wichtig ist dabei, dass die Kälber ab der ersten Lebenswoche freien Zugang zu Wasser haben und eine hochwertige Kälber-TMR bekommen.

Digitale Ausgabe agrarheute

Dies ist ein kurzer Auszug aus dem Interview.
Für welche Betriebe sich die paarweise Aufzucht eignet, was sie kostet und was es zu beachten gibt, lesen Sie in der digitalen Ausgabe der agrarheute.

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