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Tränkeregime bei Kälbern

Kälberfütterung: Ad libitum mit automatisiertem Tränkeverfahren

von Dr. Caroline van Ackeren/Dr. Hans-Jürgen Kunz/Dr. Ilka Steinhöfel/Nicoleta Culiuc/agrarheute
am
20.05.2016

Im fünften Teil des Ratgebers "Tränkeregime bei Kälbern" stellt Ihnen das dlz-agrarmagazin eine weitere Methode vor: Ad libitum mit automatisiertem Tränkeverfahren. So funktioniert diese Methode.

In den ersten vier Teile unseres "Ratgebers zur Kälberfütterung" stellten wir Ihnen folgende Methoden vor:

Heute erfahren Sie, wie ad libitum mit automatisiertem Tränkeverfahren in Einzelhaltung richtig geht.

Kälberfütterung: Ad libitum mit automatisiertem Tränkeverfahren

  • Die neugeborenen Kälber erhalten in Einzelboxen in den ersten zwei Tagen Biestmilch über den Nuckeleimer. Anschließend bekommen sie die Tränke über ein automatisches Tränkesystem für Einzelhaltung.
  • Ab dem dritten Lebenstag nehmen sie so durchschnittlich sechs Liter MAT (160 g/l Wasser) am Tag auf. Die über eine Ringleitung verteilte Milch ist dabei zu Beginn 42 Grad Celsius warm und kühlt sich bis zum letzten Kalb auf 39 Grad Celsius ab. Anschließend wird die ad libitum aufgenommene Menge gesteigert, sodass ab dem zehnten Lebenstag maximal zehn bis zwölf Liter pro Kalb und Tag abgerufen werden. 
  • Ab dem 21. Lebenstag kommen die Kälber in Gruppenboxen mit rund 15 Tieren und bleiben dort für zwei Wochen. In der 15er-Gruppe beschränkt man die Tränkemenge dann auf zehn bis zwölf Liter.
  • Anschließend stallt man sie in 20er-Gruppen zusammen. Getränkt wird in beiden Gruppengrößen über einen Automaten. Die Kälber erhalten zusätzlich Wasser, Kraftfutter, Mais, Heu sowie Gras- und Maissilage.
  • Ab dem 38. Lebenstag werden die Kälber abgetränkt und dazu die MAT-Menge um sechs Liter am Tag reduziert.

Expertenmeinung: Das meint Dr. Caroline van Ackeren

  • Dieses Tränkesystem weicht von der Empfehlung ab, wonach die Kälber in den ersten fünf Lebenstagen mit Transitmilch zu versorgen sind, da diese ideal an die Nährstoffbedürfnisse des jungen Kalbes angepasst ist.
  • Alternativ könnte den Kälbern über den "mobilen Nuckel" weiterhin Vollmilch (mild gesäuert) angeboten werden.
  • Vorteil der automatischen Fütterung: Die jungen Tiere erhalten immer eine warme Tränke.
  • Eine Portionsgröße von maximal drei Litern sollte aber dabei nicht überschritten werden.
  • Kraftfutter, Heu und Wasser sollten jungen Kälbern ab der ersten Lebenswoche zur freien Aufnahme täglich angeboten werden.
  • Mit dem Absetzen der Tränke sollte auch bei diesem Verfahren nicht vor der achten Lebenswoche begonnen werden und auch hier ist ein stufenweises Abtränken über zwei Wochen empfehlenswert.

Dieser Beitrag ist zuerst in der Februar-Ausgabe des dlz-agrarmagazin erschienen.

5 Tipps zur Kälberfütterung: Darauf sollten Sie achten

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