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Milchproduktion

Käseexporte Frankreichs gesunken

von , am
03.03.2010

Berlin - Im Krisenjahr 2009 hat Frankreichs Milchwirtschaft im Außenhandel teilweise deutliche Einbußen hinnehmen müssen, in einigen Segmenten aber auch zugelegt.

© Alain Rapoport/Fotolia

Laut Angaben des interprofessionellen Zentrums der Milchwirtschaft (CNIEL) sanken die Käseexporte Frankreichs von Januar bis November 2009 im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um drei Prozent auf 530.902 Tonnen. Im Gegenzug legten die Käseimporte um 12 Prozent auf 264.518 Tonnen zu. Keine Angaben macht das CNIEL in seinem aktuellen Konjunkturbericht zur wertmäßigen Entwicklung des Außenhandels. Aufgrund des Preisverfalls an den Märkten dürfte es hier aber bei den Aus- wie bei den Einfuhren spürbare Rückgänge gegeben haben.

Gegenläufig war die Entwicklung auf dem Markt für Flüssigmilch. Hier verringerten sich die französischen Ausfuhren an abgefüllter Ware um 18 Prozent auf 285.353 Tonnen, während sich die Importe um 38 Prozent auf 235.645 Tonnen erhöhten. Hier könnte der Milchstreik der französischen Bauern im Spätsommer mit einhergehenden regionalen Lieferengpässen eine Rolle gespielt haben.

Tankmilchausfuhren leicht erhöht

Andererseits erhöhten sich von Januar bis November 2009 die französischen Exporte an Tankmilch leicht, und zwar im Vergleich zur entsprechenden Vorjahresperiode um zwei Prozent auf 544.368 Tonnen. Hier ist das mit Quote knapp versorgte Italien traditionell ein wichtiger Abnehmer für die Franzosen ebenso wie für Bayern. Gleichzeitig verringerten sich die Tankmilchimporte Frankreichs mengenmäßig um neun Prozent auf 129.760 Tonnen. Damit weist Frankreich insgesamt weiterhin einen hohen Außenhandelsüberschuss auf dem Käse- und Frischmilchmarkt auf.

Verschiebungen auf dem Fettmarkt

Anders sieht es auf dem Fettmarkt aus. Die Exporte abgepackter Butter der französischen Molkereien verringerten sich im Berichtszeitraum um 11 Prozent auf 23.117 Tonnen. Bei Blockware wurde eine Steigerung der Ausfuhren um rund ein Drittel auf 21 080 t registriert. Gleichzeitig stabilisierten sich die Importe auf hohem Niveau. Bei Blockware wurde ein Plus der Auslandsbezüge von einem Prozent auf 104.196 Tonnen gemeldet, während bei abgepackter Butter eine Steigerung von zwei Prozent auf 3.216 Tonnen verzeichnet wurde.

Verdopplung der Sahnelieferungen ins Ausland

Starke Verschiebungen vollzogen sich auf dem Sahnemarkt, wo Frankreich seine Ausfuhren an loser Ware im Berichtszeitraum auf 131.722 Tonnen steigerte und damit mehr als verdoppelte. Unter Berücksichtigung der Bilanz bei abgepackter Ware ist die Außenhandelsbilanz der Franzosen bei Sahne durch diese Exportsteigerung nun nahezu ausgeglichen. Die Außenhandelsleistung der französischen Milchwirtschaft spielt sich vor dem Hintergrund einer knapperen Rohstoffversorgung ab.

Deutliche Unterlieferung der Quote erwartet

So verringerte sich die Rohmilchproduktion des Landes laut CNIEL-Angaben im Kalenderjahr 2009 gegenüber dem Vorjahr um 4,4 Prozent auf 22,1 Milliarden Liter. Hier spielte sicherlich der Milchlieferstreik eine erhebliche Rolle. Weil das Quotenlimit laut CNIEL-Angaben im Wirtschaftsjahr 2008/09 bereits um 4,8 Prozent verfehlt wurde, rechnet die Dachorganisation nun damit, dass die Anlieferungen der Milcherzeuger im Ende März zu Ende gehenden Wirtschaftsjahr um bis zu neun Prozent unter der anteiligen Referenzmenge bleiben. (AgE)

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