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Bio-Kälber

Kein Geld für Kälber: Forscher suchen nach Lösungen

Ein Holstein Kalb steht in einem Stall
am Donnerstag, 08.10.2020 - 10:20 (1 Kommentar)

Für Kälber aus der Bio-Milchviehhaltung gibt es bislang keinen großen Markt. Forscher wollen das ändern – mit dem Projekt „Wertkalb“. Ein Ansatz ist, die Zwischenkalbezeit zu verlängern.

Im Gegensatz zur Biomilch fehlt für Bio-Kälber bisher ein Markt. Das wollen Forscher der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU) und der Universität Hohenheim ändern. Sie haben ein Projekt ins Leben gerufen, das neue Vermarktungspotenziale für Bio-Kälber aufdecken soll.

Das Vorhaben trägt den Namen „WertKalb – Innovative Strategien für eine ethische Wertschöpfung der Kälber aus der ökologischen Milchviehhaltung“. Der Fokus liegt dabei auf den Bio-Regionen Ravensburg, Biberach und Hohenlohe sowie der Region Südschwarzwald.

Kälber: Wo liegt das Problem?

Flowchart zu den Problemen und Lösungsansätzen bei der Vermarktung von Kälbern

Hintergrund des Projekts ist die zunehmende Spezialisierung von Milchviehbetrieben. Deren Kälber seien nicht ausreichend für die Nachzucht und Mast gefragt, so die Forscher. Viele Landwirte verkauften einen Teil ihrer Milchvieh-Kälber an konventionelle Mäster.

Da die Kälber von Milchrasse-Kühen meist nicht so schnell wachsen und nicht so viel Fleisch ansetzen würden wie Fleischrasse-Kälber, müssten Landwirte ihre Milchvieh-Kälber oft zu einem geringen Preis verkaufen.

„Somit wird die Mehrheit der Kälber weder ethisch noch ökonomisch wertgeschätzt“, heißt es im Projektantrag der Wissenschaftler laut Biomusterregionen Baden-Württemberg. Dieses „Kälberproblem“ entspreche nicht den Grundsätzen des ökologischen Landbaus. Die Forscher haben verschiedene Lösungsansätze entwickelt.

Welche Strategien gibt es für Bio-Kälber?

Erste Lösungsansätze sind:

  • weniger Kälber durch eine verlängerte Laktation und Zwischenkalbezeit erzeugen
  • artgerechte Kuh-Kalb-Systeme (z.B. durch eine Querfinanzierung über die Milch) und Bio-Kälbermastbetriebe (z.B. durch eine Kooperation mit Mutterkuhbetrieben) fördern
  • die Fleischleistung, v.a. bei Holstein Kälbern, steigern
  • das Transportproblem beseitigen und die Regionalität fördern durch mobile Schlachteinheiten
  • die Nachfrage nach Bio-Kalbs- und Rindfleisch steigern durch wertvermittelnde Marketingkonzepte, wie z.B. die regionale „Bruderkalb“-Vermarktung

Mehr Informationen finden Sie auf der Internetseite des Zentrums ökologischer Landbau an der Universität Hohenheim.

Mit Material von Ökolandbau Forschung Baden-Württemberg, Biomusterregionen Baden-Württemberg

Umfrageergebnis: So behandeln Landwirte Kälberdurchfall

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