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Milchproduktion

Keine Mehrheit für verkürzte Kündigungsfrist

von , am
21.07.2010

Auf der gestrigen Generalversammlung haben die Mitglieder der Bergbauern-Milch Sonthofen-Schönau eG den bisherigen Vorstandsvorsitzenden Heinz Lipp nicht mehr wiedergewählt.

© Aigner

Auch der bisherige stellvertretende Vorsitzende Georg Hagspiel musste seinen Hut nehmen. Insgesamt wurden vier neue Vorstandsmitglieder für das achtköpfige Gremium bestellt.

Ebenso stimmten rund die Hälfte der versammelten Mitglieder für die Verkürzung der Kündigungsfristen auf ein Jahr. Die notwendige Mehrheit von 75 Prozent der Stimmen erhielt der Antrag indes nicht. Daher bleibt es bei der zweijährigen Kündigungsfrist.

 

Weitere Erhöhung des Milchpreises angekündigt

Fraglich ist, ob die Bauern, die sich mit der verkürzten Kündigungsfrist nicht durchsetzen konnten, der eG noch die Stange halten. Denn wie berichtet wirbt die MolkereiZott derzeit massiv um die Bergbauern. Geschäftsführer Marcel Mohsmann hat jedoch für die nächsten Monate weitere Erhöhungen des Milchpreises angekündigt. Bereits im Frühjahr war auf einer außerordentlichen Versammlung die Verkürzung der Kündigungsfrist auf drei Monate abgelehnt worden.

Kapitalschnitt von 40 Prozent

Gleichzeitig musste die eG eine Kürzung ihrer Allgäuland-Beteiligung um 40 Prozent wegen der wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Allgäuland GmbH hinnehmen. Damit sinkt die Beteiligungssumme um 3,8 Millionen Euro auf 9,6 Millionen Euro, erläuterte Geschäftsführer Marcel Mohsmann. Auch die Finanzbeteiligung der anderen fünf beteiligten Genossenschaften wurden um 40 Prozent gekürzt.

Bilanzverlust in 2009

Damit haben die beteiligten Genossenschaften für 2009 einen Bilanzverlust erlitten. Mohsmann versicherte, dass von dem Kapitalschnitt die Auszahlung der Genossenschaftsanteile an ausscheidende Mitgleider nicht betroffen sei. 2009 weist Allgäuland einen Bilanzverlsut von 23,9 Millionen Euro aus. Das Eigenkapital ist von 45,9 Millionen Euro auf 22 Millionen Euro gesunken.

Hilfsfonds für Geschäftsanteile nötig

Da vier der beteiligten Genossenschaften zu wenig Rücklagen haben, um die Geschäftsanteile für die ausscheidenden Mitglieder auszuzahlen, müssen diese den genossenschaftlichen Hilfsfonds in Anspruch nehmen.Denn Allgäuland kommt aufgruind der wirtschaftlichen Schwierigkeiten nicht mehr wie bisher für die Auszahlung der Geschäftsanteile auf. Betroffen sind neben der Bergbauern-Milch eG, die Allgäuland eG, dieDonau-Alb eG und die Butterwerk Langenau eG. (dlz agrarmagazin)

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