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Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Milchviehfütterung

Der Ketose vorbeugen

trockenstehende Kühe
am Montag, 20.05.2019 - 05:00

Die Körperkondition ist bei der Vorbeuge der Ketose das A und O. Wer die Gewichtsentwicklung der Herde im Griff hat, hat auch die Ketose im Griff.

Ketose tritt bei allen Säugetieren und auch beim Menschen auf. Es geschieht, wenn im Stoffwechsel gehäuft so genannte Ketonkörper vorkommen. Ketonkörper treten immer dann auf, wenn die Energiebilanz negativ ist und der Organismus die fehlende Energie aus den Körperfettreserven ausgleicht. Übersteigt der Ketonkörpergehalt durch zu starken Körperfettabbau eine bestimmte Grenze, kommt es zu negativen Wirkungen der nicht umgesetzten Ketonkörper, die zunächst zu einer subklinischen und später zu einer metabolischen Ketose führen. Die drei wichtigsten Ketonkörper sind Acetacetat, Aceton und ß-Hydroxybuttersäure. Bei den Milchkühen besteht das Risiko für eine ketotische Belastung unmittelbar nach dem Abkalben.

Wirkungen der Ketose

Die Ketose hat vielfache Wirkungen auf die Kuh. Sie

  • senkt die Futteraufnahme,
  • erhöht den Fettgehalt in der Milch,
  • erhöht den Gehalt an somatischen Zellen und die Mastitisrate,
  •  sorgt für gehäufte Labmagenverlagerungen,
  • führt zu Lahmheiten,
  • stört die Nachgeburtsphase und die Fruchtbarkeit.

Mithilfe von Milch- oder Blutserumuntersuchungen lässt sich die Erkrankung schnell und sicher bestimmen.

Körpermasseverlust in Grenzen halten

Nach dem Abkalben gilt es darauf zu achten, dass der Körpermasseverlust nicht zu hoch ausfällt. Eine BCS-Einheit (von 3,5 auf 2,5) oder das Einschmelzen von 10 mm Körperfettdicke (sonographische Messung zwischen Hüfthöcker und Sitzbeinhöcker) auf höchstens 15 mm sind die Grenzen. Neben einem hohen Körpermasseverlust, gibt es weitere Risikofaktoren für eine Ketose:

  • Die Energieaufnahme sinkt unter 15 Prozent des Bedarfs (mögliche Gründe: geringe Futteraufnahme, geringe Energiekonzentration in der Ration, Pansenfermentationsstörungen durch zu wenig Faserstoffe in der Ration und damit fehlende Strukturwirksamkeit, Klauenerkrankungen).
  • Ungenügende Tränkwasserversorgung in Menge und Qualität.
  • Überhöhter Körperfettansatz zum Trockenstellen, die zu einer geringeren Futteraufnahme nach dem Kalben und zu einem überhöhten Körperfettabbau führt.
  • Aufnahme ketogener Substanzen mit dem Futter (z.B. Buttersäure).
  • Mit zunehmendem Alter nimmt das Risiko zu. Es betrifft vor allem Tiere ab der 3. und 4. Laktation.
  • Bei Kühen, die länger als 70 Tage trocken gestellt wurden, steigt das Risiko ebenfalls an.
  • Gleiches gilt für Tiere mit sehr hohe Einsatzleistungen.
  • Nach Schwer- oder Zwillingsgeburten steigt das Risiko für Ketose.
  • Haltungs- und Fütterungsfehler führen zu oxidativem und nitrosativem Stress. Auch das lässt die Ketosegefahr steigen. Daher ist jede Überbelegung zu vermeiden. Optimal nach dem Kalben sind Laufbuchten mit Stroh, in denen Kühe ausreichend Platz haben (mehr als 10 Quadratmeter je Kuh).

Aus der Praxis: Trockenstellen mit System

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