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Tiergesundheit

Klauenkrankheit Tylom: Das ist die wahre Ursache

Klaue einer Kuh
am Mittwoch, 15.01.2020 - 14:01 (Jetzt kommentieren)

Bisher wurden Zwischenklauenwarzen auf eine mangelnde Hygiene im Stall zurückgeführt. Doch Forscher haben jetzt festgestellt, dass für Tylome etwas ganz anderes verantwortlich ist.

Ob an den Fingern, Fußsohlen, oder im Gesicht: Warzen sind lästig und schmerzhaft. Auch Kühe leiden unter diesen Hautwucherungen. Zwischenklauenwarzen, auch Limax oder Tylom genannt, verursachen Hautrisse und entzündete Klauen. Die Folge: lahmende Kühe.

Unter der Krankheit leiden drei bis acht Prozent aller Kühe in Deutschland im Laufe ihres Lebens, meist jedoch in höherem Alter. Zwischen den beiden Zehen der Klaue von Rindern wächst dabei eine weitere, "verkümmerte" Zehe heran, welche die eigentlichen Zehen auseinanderspreizt.

Forscher vergleichen 45.000 DNA-Abschnitte

Bisher wurden Tylome meist auf eine mangelnde Hygiene im Stall zurückgeführt. Doch Forscher der Martin-Luther-Universität in Halle-Wittenberg (MLU) und der Georg-August-Universität in Göttingen haben jetzt nachgewiesen, dass Zwischenklauenwarzen genetisch bedingt sind.

Ihren Versuch haben die Wissenschaftler auf einem Testbetrieb im Nordwesten von Deutschland durchgeführt. Dort litten fast 60 Prozent der Kühe unter Tylomen. Die Wissenschaftler haben insgesamt 45.000 kleine DNA-Abschnitte von gesunden und kranken Kühen verglichen.

Züchtung könnte Klauenkrankheit eindämmen

Dabei fielen zwei Stellen auf, die mit der Krankheit zusammenhängen könnten. Eine davon war das Gen für den Tyrosin-Kinase-Receptor 2 (ROR2). Die Forscher verglichen die Ergebnisse mit Studien aus der Humanmedizin und stellten fest, dass dieses Gen auch beim Menschen eine Rolle bei der Entstehung von Gliedmaßen spielt.

Den Beweis, dass das ROR2-Gen auch tatsächlich etwas mit der Entstehung der Erkrankung zu tun hat, lieferte das Team um Prof. Dr. Bertram Brenig von der Universität Göttingen. Er konnte nachweisen, dass das Gen für die Entstehung der Tylome verantwortlich ist. Durch gezielte Züchtung könnte die Krankheit nun eingedämmt werden.

Mit Material von dpa

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