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Haltung und Mast

Klauenprobleme beim Rind: Vorbeugen und heilen

von , am
15.05.2015

Nicht nur in der Laufstallhaltung, sondern auch in der Anbindehaltung gibt es Klauenprobleme. Hier erfahren Sie, was Kühe aus dem Tritt bringt, und was Sie dagegen tun können.

Klauenklötze lassen sich auf dünne und empfindliche Innen- und Außenklauen kleben. © Fiedler
In der Rinderhaltung gibt es unterschiedliche Faktoren, die negative Auswirkungen auf die Klauengesundheit haben. Das führt oft zu empfindlichen Sohlen, Schwierigkeiten beim Gehen und Klauenerkrankungen bei den Kühen.
 
Welche Faktoren diese sind und wie Sie die Klauenprobleme bei ihren Kühen verhindern können, erfahren Sie hier.

1. Umstallen aus Anbindehaltung auf Laufflächen

Das Hornwachstum in der Anbindehaltung ist geringer als im Laufstall. Stallt man die Tiere auf Lauflächen um, dauert es bis zirka acht Wochen, bis sich das Hornwachstum angepasst hat. Das unelastische Horn aus der Anbindehaltung wird hier rasch abgerieben. Die Folge: Die Sohlen werden vor allem an den Spitzen rasch zu dünn.

2. Scharfe Laufoberflächen

Reibt der Untergrund zu stark ab, kann das Hornwachstum nicht Schritt halten und die Sohlen werden rasch zu dünn. Das passiert insbesondere auf Beton- oder Gussasphaltboden.

3. Zu starke Gewichtsbelastung auf hartem Boden

Diese Probleme treten häufiger besonders bei Zuchtbullen aufgrund ihres Gewichts auf. Die Folgen sind zu dünne und empfindliche Sohlen. Die Tiere können kaum mehr gehen. Wegen der Schmerzen springen sie beim Absamen ungern auf.

4. Fehlerhafte Klauenpflege

Wenn bei der Klauenpflege zu viel Horn an der Sohle abgetragen wird, dann ist die Sohle zu dünn und druckempfindlich. Oftmals läuft sie sich rasch durch. Die Sohlen können auch infolge einer Rehe-Erkrankung empfindlich werden. Hier reagieren die Tiere oft schon auf einen bloßen Daumendruck.

Lösungen bei Klauen-Problemen

Wenn die Sohle komplett abgeschliffen wird und die Lederhaut freiliegt, kann dies  Spitzengeschwüre nach sich ziehen. Die Erreger können Infektionen der Klauenbeinspitze produzieren. In diesem Fall muss der Tierarzt eingreifen, um ein Fortschreiten der Infektion zu verhindern. Ein solcher Eingriff kann bis zur Spitzenamputation reichen. Ist die Sohle noch geschlossen, empfiehlt sich eine Schmerzbehandlung, weiterer Abrieb muss verhindert werden.

Das können Sie gegen Klauenprobleme tun

Ein Umstellen der Kühe auf Stroh oder Gummimatten kann Linderung verschaffen. Sollen die Tiere in der Herde bleiben, wird es schwierig.
 
Gepolsterte Verbände können den Schmerz lindern. Derartige Verbände laufen sich auf hartem Boden innerhalb von Stunden, spätestens nach ein bis zwei Tagen durch.
 
Daher sind weiche Klötze hier eine gute Alternative. Je nach Umfang der Probleme lassen sich die weichen Klötze auf alle acht Klauen kleben.

Das können Sie bei Rinder-Klauenproblemen tun

Bevor Sie die Klauenklötze aufkleben, prüfen Sie zuerst die Druckempfindlichkeit der Klauen. Bei dünnen Sohlen können Sie Klötze auf die Außen- und die Innenklaue kleben. © Fiedler
Mit einem Raspel rauen Sie die Hornoberfläche auf. © Fiedler
Passen Sie auf, dass die Klebe-Oberfläche nicht verschmutzt wird, sonst hält der Kleber nicht. Den Klotz sollten Sie am Besten noch verpackt auflegen. © Fiedler
Jetzt können Sie den Kleber auftragen und danach ihn mit einem Spatel abstreichen. © Fiedler
Den Klotz sollen Sie zuerst an der Klauenspitze aufsetzen und den zehn Sekunden stark anpressen. © Fiedler
Damit der Klotz fest mit der Klaue verbunden ist, muss die Kuh einmal auftreten. © Fiedler
Wenn der Kleber trocken ist, können Sie einfach das überstehende Gummi wegschneiden. © Fiedler
Die Klauenklötze aus EVA-Schaum sind weich und angenehm für die Kühe. © Fiedler
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