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Bilanz

Kostendeckung verbessert: Aber Milchbauern fehlen noch 33 Prozent

© agrarfoto
von am
17.01.2017

Die Kostendeckung der Milchbauern hat sich im 3. Quartal 2016 verbessert. Doch gerade die Markenmolkereien könnten deutlich mehr auszahlen, so das MEG Milch Board.

Porträt Peter Guhl
Für Peter Guhl, Vorstandsvorsitzender der MEG Milch Board, ist klar: Ohne innovative Mengenkonzepte melken sich die Bauern selbst in die Krise. © MEG Milch Board

Die Milcherzeugungskosten lagen laut MEG Milch Board im dritten Quartal 2016 (Juli bis Oktober) mit 44,77 Cent pro Kilogramm nur um 0,28 Cent niedriger als im vorherigen Quartal.

Auch wenn die Erzeuger gerade für das zugekaufte Futter und die Unterhaltung für Gebäude und Maschinen zusammen noch rund 0,86 Cent einsparen konnten, standen dem die zeitgleich gefallenen Rindererlöse von etwas mehr als einem halben Cent pro Kilogramm Milch entgegen.

In Ostdeutschland sanken die Erzeugungskosten um 0,89 Cent am stärksten, während die Kosten im Süden nahezu unverändert blieben.

 

Kostenunterdeckung vermindert

Komplett anders verlief die Entwicklung der Kostendeckung (Preis-Kosten-Ratio): Die Unterdeckung der Milcherzeugungskosten verminderte sich um 13 Prozent und liegt nun "nur noch" bei 33 Prozent und nicht mehr bei dem vorherigen Allzeit-Tief von 46 Prozent.

In den drei letzten Monaten kam es zu einer deutlichen Steigerung bei den Milchauszahlungspreisen um 5,65 Cent auf 30,05 Cent. Dies bedeute laut EG Milch Board aber nicht das Ende der Erzeugerpreiskrise, entspreche das aktuelle Niveau doch genau dem der Kostenunterdeckung im Krisenjahr 2009.

Regionale Entwicklung der Milchauszahlungspreise

Gerade im Norden, wo die Milchauszahlungspreise in den Monaten zuvor am stärksten abgestürzt waren, kam es zu außerordentlichen Preissteigerungen von durchschnittlich 7,19 Cent auf 30,13 Cent pro Kilogramm Milch. Aber auch in der Region Ost stieg der Auszahlungspreis um 5,67 Cent auf 29,65 Cent pro Kilogramm.

Durch das im Vergleich etwas geringere Preisplus von 3,96 Cent auf 30,22 Cent verlor sich das bisherige Preisgefälle zwischen Süd und Nord/Ost, und die Preise in den Regionen befanden sich seit Langem wieder auf ungefähr gleichem Niveau.

Besonders erstaunlich: In Schleswig-Holstein stieg der Milchauszahlungspreis in den drei Monaten um mehr als 10 Cent, in Bayern dagegen gab es den geringsten Anstieg von rund 3 Cent.

Markenmolkereien könnten deutlich mehr auszahlen

Enttäuscht zeigt sich das MEG Milch Board darüber, dass bereits heute ein Großteil der Molkereien deutlich höhere Preise bezahlen könnte, diese aber den Bauern vorenthalte. Peter Guhl, Vorstandsvorsitzender der MEG Milch Board, findet dafür deutliche Worte: "Gerade die Markenhersteller legen sich aktuell ein dickes Fettpölsterchen an, während auf den Milchviehbetrieben die letzten Reserven verbrannt werden."

Die Gründe dafür liegen für Guhl auf der Hand. "Die Preishoheit am Milchmarkt haben allein die Molkereien, und es sieht aktuell nicht danach aus, dass sich daran so schnell etwas ändern wird."

Mit Material von MEG Milch Board

Grün sticht: Die Top 10 der zugelassenen Traktoren 2016

John Deere Traktoren im Stroh
Mit 5.222 (über alle Klassen) zugelassenen Traktoren bzw. einem Anteil von 18 Prozent belegt John Deere wie schon im Vorjahr den ersten Platz. "Vor dem Hintergrund der niedrigen Milchpreise und den insgesamt schwachen landwirtschaftlichen Einkommen war ein höherer Traktorabsatz nicht zu erwarten" beschreibt Dr. Olaf Turß, Geschäftsführer der deutschen Vertriebs- und Marketingorganisation John Deere Vertrieb.Welches Modell der Hirschen am beliebtesten ist, erfahren Sie ab dem 24. Februar in der Ausgabe 3/2017 des dlz agrarmagazins. © Julia Eder/agrarheute
Fendt Traktor am Silo
2016 wurden 4.602 Fendt-Traktoren zugelassen. Das entspricht einem Anteil von 16,0 Prozent. Im Vorjahr waren es noch 17 Prozent, die ebenfalls für Platz 2 reichten. In welchen Regionen Fendt besonders beliebt ist, erfahren sie ebenfalls in der dlz 3/2017. © Julia Eder/agrarheute
Deutz-Fahr Traktor beim Grasmähen
Nach diesen beiden großen Haien im Becken der Landtechnik-Hersteller, folgt nun ein Kopf-an-Kopf-Rennen im Bereich zwischen 2.000 und 3.000 Zulassungen. Platz 3 konnte sich hierbei Deutz-Fahr sichern mit 2.743 Zulassungen und 9,5 Prozent Marktanteil. © Julia Eder/agrarheute
Case IH Traktor bei der Bodenbearbeitung
Im Joint Venture erreichen die beiden Marken Case IH und Steyr Platz 4 mit zusammen 2.391 Zulassungen und einem Marktanteil von 8,3 Prozent. Die beiden Marken überholten damit den Viertplatzierten von 2015, nämlich ... © Julia Eder/agrarheute
Claas Traktor bei der Getreideernte
... Claas. Die Harsewinkler schafften es mit 2.048 Zulassungen nochmal in die Top 5 - und zwar haarscharf mit nur 27 Traktoren mehr als der Nächstplatzierte... © Julia Eder/agrarheute
Kubota-Traktor im Gras
... Kubota mit 2.021 Einheiten bzw. einem Marktanteil von 7,0 Prozent. Der japanische Hersteller konnte im Vergleich zu 2015 einen Platz gutmachen und verzeichnete als einziger Hersteller unter den Top 10 mehr zugelassene Traktoren als 2015. © Julia Eder/agrarheute
New Holland Traktor auf dem Feld
Nach Grün, Rot und Orange fehlt noch die Farbe Blau: Die dritte Marke im Konzern CNH Industrial, New Holland, kann sich mit 1.970 Traktoren Platz 7 und einen Marktanteil von 6,9 Prozent sichern. © Julia Eder/agrarheute
Massey Ferguson Traktor auf dem Feld
Massey Ferguson hält sich mit 1.156 Zulassungen auf dem 8. Platz des Vorjahres. Weil insgesamt weniger Traktoren zugelassen wurden, konnte Massey Ferguson den Marktanteil sogar von 3,8 Prozent (2015) auf 4,0 steigern. © Werkbild
Iseki-Traktor mit Pflug
Die Kleintraktoren von Iseki verhelfen dem japanischen Hersteller wie schon im Vorjahr in die Top 10. 851 Traktoren wurden vor allem im niedrigen PS-Bereich zugelassen. © Werkbild
Valtra-Traktor mit Frontgewicht
Erneut auf Platz 10 schaffen es die Finnen von Valtra mit 716 zugelassenen Einheiten und einem Marktanteil von 2,5 Prozent - immerhin 0,1 Prozent mehr als im Vorjahr 2015. © Julia Eder/agrarheute
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