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Vermarktung

Kreativer Nebenerwerb: Ein Galloway-Rind zum Leasen

Alexander Roclawski mit seinen Galloways
Vorschaubild
Carolin Hasemann-Bär, LAND & Forst
am
24.10.2016

Alexander Roclawski arbeitet bei einer Bank in Hannover. Sein Hobby: Galloways. Mit dem Konzept des Nutztierleasings wurde das Hobby zum Nebenerwerb.

Misstrauisch beäugen uns die drei kleinen und fünf großen Gallowayrinder mit ihrem gewellten braun-weißen Deckhaar. "Der Nachwuchs ist erst zwei Wochen alt und die Mutterkühe passen ganz genau auf", erklärt Alexander Roclawski. Er nähert sich ihnen mit einem grünen Eimer, gefüllt mit Kartoffeln. "Kooooom, komm, komm, komm…", ruft er, während ich mit meiner Kamera auf den richtigen Moment warte. Klick. Das erste Foto für diese Geschichte ist im Kasten.

Alexander Roclawski aus Mardorf am Steinhuder Meer arbeitet bei einer Bank in Hannover. Seit dem Frühjahr 2015 schlüpft er nach Feierabend in seine dunkelgrünen Gummistiefel und fährt oder joggt zur knapp fünf Kilometer entfernten Wiese, um nach seinen Galloways zu schauen.

Galloways per Nutztierleasing vermarkten

Die Tiere vermarktet er über das Modell "Nutztierleasing". Hierbei handelt es sich nicht um Leasing im rechtlichen Sinne. Es geht um eine besondere Form der Lohnmast. In einem Satz erklärt: Kunden können sich ihr "persönliches" Tier aussuchen und gegen Kost und Logis beim Landwirt großziehen lassen.

Auf dieses Konzept ist er durch eine TV-Reportage über einen Landwirt aus Ostfriesland aufmerksam geworden. Der bietet das Leasing von Schwarzbunten an. "Ich habe ihn auf der Agritechnica getroffen und mit ihm darüber geschnackt. Dann dachte ich: Jo, das ist was für mich." Beim Bundesverband Deutscher Galloway-Züchter hat sich Alex informiert, ob das Konzept mit Galloways schon angewendet wird. "Wurde es nicht", freut sich der 25-Jährige.

Start mit drei Gallowayrindern

Die Sonne nähert sich langsam dem Horizont. Das Licht für die Fotos war ideal. Alex stellt den leeren Eimer in den Kofferraum seines VW-Kombis. Wir setzen uns auf den noch warmen Boden und lehnen uns gegen die Heu-Ballen, die am Rande der Wiese gestapelt sind. "80 Stück sind zusammengekommen. Das Futter reicht für zwei Winter", erklärt er. Die Tiere haben sich mittlerweile vom Zaun entfernt. Die Neugier ist wohl gestillt.

Im Frühling 2015 hat Alex sich die ersten drei Gallowayrinder angeschafft. Erst drei Absetzer und dazu dann noch einen Bullen.

Mehr zum Thema lesen Sie in der LAND & Forst Ausgabe 42/2016 auf den Seiten 12 bis 14. Hier können Sie die LAND & Forst zum Probelesen bestellen.

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