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Milchproduktion

Kroatien: Milchbauern blockieren Molkereien

© landpixel
von , am
21.02.2012

Zagreb - Zu wenig Geld für die Milch - seit einer Woche boykottieren kroatische Landwirte deshalb ihre Abnehmer, für heute sind Straßenblockaden angekündigt.

Eine Erholung der Milchpreise scheint sich derzeit nicht abzuzeichnen. © lemmiu/fotolia.de
Die Milchbauern verlangen von den Molkereien einen Abnahmepreis von knapp 2,7 Kuna (35,6 Cent) pro Liter, die Molkereien wollen aber nicht mehr als 2,3 Kuna (30,3 Cent) bezahlen. Nach Darstellung der Landwirte wären bei diesem Preis aber 5.000 Milchbetriebe in ihrer Existenz gefährdet. Der durchschnittliche Abnahmepreis in den EU-Ländern beträgt rund 35 Cent.

Landwirte fühlen sich erpresst

Die Bauern machen für den Milchpreisverfall in Kroatien den Molkereien-Konzern Dukat verantwortlich, der zur französischen Lactalis-Gruppe gehört. Nach Darstellung von Dukat wurden wegen des Lieferboykotts eine Million Liter Milch nicht an die Molkereien geliefert. Die Bauern fühlen sich erpresst und äußern die Vermutung, dass Dukat der Lieferboykott durchaus gelegen komme, weil der Konzern ohnehin über Milchreserven aus Frankreich verfüge, berichtete die Zeitung "Glas Slavonije".
 
Landwirtschaftsminister: Opposition steckt hinter Protesten
 
Von der Regierung können sich die Bauern vorerst keine Hilfe erwarten. Nach Ansicht von Landwirtschaftsminister Tihomir Jakovina sind die Bauernproteste politisch motiviert und schädlich für die Landwirtschaft. Hinter den Protestaktionen stehe die oppositionelle Bauernpartei HSS. Es sei nicht wahr, dass die Molkereien den Preis gedrückt hätten, vielmehr müssten sich die Landwirtschaftskammer und die Molkereien erst auf einen Preis einigen. Die Regierung hatte vor Kurzem die Beihilfen für die Milchbauern gemäß den EU-Richtlinien von 0,90 auf 0,50 Kuna gesenkt. 2011 wurden in Kroatien 626 Millionen Liter Milch produziert, die Differenz auf den Verbrauch von einer Milliarde Liter wurde importiert, wie die APA berichtet.

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