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Südafrika

Kühe gegen Malaria

Longhorns Südafrika
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Jana Semenow, agrarheute
am
20.09.2017

Kalifornische Wissenschaftler entwickelten einen Duftstoff, der Kühe wie Menschen riechen lässt und dabei helfen soll, das Erkrankungsrisiko von Malaria zu minimieren.

Die Infektionskrankheit Malaria wird über Stechmücken — den sogenannten Anopheles-Mücken — übertragen. Forscher aus Kalifornien entwickelten einen Impfstoff, der Kühe und Ziegen nach menschlichem Schweiß riechen lässt und so den Menschen vor der lebensbedrohlichen Krankheit schützen soll.

Malaria: Afrika am stärksten betroffen

Die effektivste Abwehrmethode gegen das Tropenfieber besteht darin, Mückenstiche von vornherein zu vermeiden. Laut der Vereinten Nationen (UNO) erkrankten im Jahr 2015 weltweit etwa 212 Mio. Menschen an der Krankheit, wobei etwa die Hälfte daran starb. Besonders die Region in Afrika südlich der Sahara leidet besonders stark an den Folgen. Neben dem Einsatz von Moskitonetzen und Anti-Mücken-Sprays sollen demnächst Kühe und Ziegen über einen injizierten Impfstoff dabei helfen die Insekten abzuwehren.

Schweißgeruch zur Mückenanlockung

Das kalifornische Biotech-Unternehmen Isca Technologies entwickelte einen speziellen Duftstoff der nach menschlichem Schweiß riecht und afrikanischen Nutztieren verabreicht wird. Dieser lockt die Anopheles-Mücken an und verleitet sie zu stechen. Ein Entwurmungsmittel, das den Ziegen und Kühen zuvor verabreicht wird, tötet den Moskito nach dem Stich und stellt somit auch keine Gefahr mehr für die in der Nähe lebenden Menschen dar.

Erste erfolgreiche Tests zur Abwehr der Malaria-Mücke

In Tansania wurde die Injektion des Duftstoffes zur Malariabekämpfung erstmals in der Praxis getestet. Der Einsatz des Impfstoffes sei für die Tiere vollkommen bedenkenlos und auch die weitere Verwendung als Nutztier werde dadurch nicht beeinträchtigt. Die Forscher kamen zu einem vielversprechendem Ergebnis: Auf der einen Seite nahm die Zahl der gestochenen Kühen nach der Verabreichung des Impfstoffes überdurchschnittlich zu. Auf der anderen Seite sank die Zahl der gestochenen Menschen. Aufgrund dieser Ergebnisse, soll die Versuchsreihe erweitert werden und auf andere ostafrikanische Staaten ausgeweitet werden.

Impfstoff zur Malariabekämpfung noch in der Entwicklung

Der Einsatz des Duftstoffes ist aufgrund seiner bisherigen Ergebnisse vielversprechend. Jedoch bietet auch dieser Impfstoff noch keinen hundertprozentigen Schutz gegenüber dem lebensbedrohlichen Tropenfieber. Zumindest lässt sich aber die Anzahl einer möglichen Ansteckung wohl deutlich reduzieren. Medikamente zur Bekämpfung gegen die Krankheit sind teuer und somit könnte der Einsatz des Duftstoffes eine kostengünstigere Alternative darstellen.

Mit Material von Aargauer Zeitung (www.aargauerzeitung.ch), Trend der Zukunft (http://www.trendsderzukunft.de)
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