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Forschung

Kühe sind keine Klima-Killer

Kühe auf der Weide
am Freitag, 05.06.2020 - 09:06 (1 Kommentar)

Wissenschaftler aus England haben Methanemissionen aus der Viehhaltung neu bewertet. Rinder sind demnach weniger schädlich für das Klima.

Forscher haben Methanemissionen aus der Nutztierhaltung neu bewertet. Die Wissenschaft allgemein unterstützt diese Erkenntnisse. Leider seien sie von den allgemeinen Medien nicht aufgegriffen worden, meint US-Wissenschaftler Dr. Frank Mitloehner, Professor und Luftqualitätsexperte in der Abteilung für Tierwissenschaften an der Universität von Kalifornien.

Eine der wichtigsten Erkenntnisse für Tierhalter sei nach Angaben des Professors, dass Methan aus der Viehhaltung bei sinkenden oder gleichbleibenden Rinderbeständen in einem immer währenden Kreislauf bleibt. Damit habe dieses Treibhausgas aus der Viehhaltung keinen negativen Effekt auf die Atmosphäre.

Universität Oxford untersucht unterschiedliche Herkünfte von Methan

Der Experte beruft sich hierbei unter anderem auf wissenschaftliche Untersuchungen der Universität Oxford. Hier wurden Unterschiede zwischen biogenem Methan aus der Viehhaltung und fossilem Methan aus Öl und Gas thematisiert. „Chemisch ist es dasselbe, aber der Ursprung und die Klimawirkungen sind vollkommen anders“, sagt der Wissenschaftler.

Methanabbau und Aufnahme in Pflanzen

Kohlenstoff-Zyklus

Für das Klima seien drei Haupttreibhausgase von Bedeutung: Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4) und Distickstoffoxid, oder sogenanntes Lachgas (N2O). Kohlendioxid und Lachgas würden als langlebige Klimaschadstoffe bezeichnet, denn Kohlendioxid habe eine Lebensdauer von 1.000 Jahren und Lachgas von 120 Jahren. Methan hingegen werde innerhalb von 10 Jahren in der Atmosphäre zu CO2 abgebaut, welches von den Pflanzen aufgenommen wird. Der Kohlenstoff aus dem CO2 wird dann in den Pflanzen zu Kohlenhydraten umgewandelt - wie Zellulose.

Die Zellulosestärke ist dann wieder ein Bestandteil des Futters und wird von Kühen oder anderen Tieren aufgenommen. Auf diese Weise befindet sich Methan in einem fortwährenden Kreislauf, der bei konstanten Viehbeständen ausgeglichen ist. „Wenn wir also gleichbleibende Viehbestände haben, fügen wir der Atmosphäre keinen neuen zusätzlichen Kohlenstoff hinzu. Der Kohlenstoff, der von unseren Tieren in Form von Methan ausgestoßen wird, ist wiederverwerteter Kohlenstoff“, erklärt Dr. Frank Mitloehner.

Methan aus der Viehhaltung zukünftig neu bewerten

Er betont jedoch auch, dass er auf keinen Fall andeuten wolle, dass Methan keine Rolle spielt. Er bekräftigt, dass dieses Methan während es sich in der Atmosphäre befindet Wärme einfängt und damit ein starkes Treibhausgas ist.

Die Frage sei vielmehr, ob Viehherden zusätzliches Methan – das heißt zusätzlichen Kohlenstoff – in die Atmosphäre hinzufügen, was zu einer zusätzlichen Erwärmung führt. „Die Antwort auf diese Frage lautet nein. Solange wir konstante Herden oder sogar abnehmende Herden haben, fügen wir kein zusätzliches Methan hinzu. Damit kommt es zu keiner zusätzlichen Erwärmung“, erklärt er. „Dies ist eine totale Veränderung in der Erzählung rund um das Vieh. Und ich denke, dies wird die Erzählung in den kommenden Jahren sein.“

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