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Italien

Die Kühe der Mafia werden zur Landplage

Weiderind
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Markus Pahlke, agrarheute
am
29.03.2018

Während in Deutschland die Wölfe heiße Diskussionen entfachen, sind es in der süditalienischen Region Kalabrien die so genannten Heiligen Kühe der ’Ndrangheta.

’Ndrangheta ist die kalbresische Variante des organisierten Verbrechens. Bei uns spricht man gemeinhin von der Mafia. Mitglieder dieser Organisation gehörten die Tiere, die im Laufe der Zeit zu einer regelrechten Landplage wurden. Aufgrund ihrer "noblen Abstammung" wagte es bisher keiner, die Kühe einzufangen oder zu dezimieren. Jetzt hat der italienische Staat den wilden Kühen den Kampf angesagt.

Mord und Freiheit

Die Geschichte der Tiere reicht bis in die 70-er Jahre des vorherigen Jahrhunderts. Zwei Clans der ’Ndrangheta bekamen sich wegen Weiderechten in die Haare, es kam zu einer blutige Fehde. Dabei dezimierten sich beide Gruppen so sehr, dass keiner mehr auf die Rinder aufpassen konnte. Die Tiere brachen aus den Ställen und Weiden aus und lebten frei. Mit der Zeit verwilderten die herrenlosen Tiere und vermehrten sich unkontrolliert. Die Tiere, deren Zahl auf 1.000 bis 1.400 Stück geschätzt wird, verwüsteten landwirtschaftliche Flächen und verursachten auf den Straßen tödliche Unfälle. In zwei Fällen waren sie sogar für eine Zugentgleisung verantwortlich.

Gradmesser der Loyalität

Keiner wagte die Kühe zu vertreiben, einzufangen oder zu dezimieren. Die Tiere wurden zu einem Symbol der Macht der Clans und zum Mittel des organisierten Verbrechens, ihr Territorium zu kontrollieren. Dabei dienten die wilden Rinder als eine Art Gradmesser für die Loyalität. Die Konsequenzen waren real. Als im Jahr 2005 der Arzt Ferdinando La Rosa wegen der Verwüstung seines Landgutes Anzeige erstattet hatte, wurde er von der ’Ndrangheta ermordet. Und die Tiere dienten auch als Einnahmequelle. Ab und an wurden die Tiere „eingefangen und gezählt“. Anschließend wurden sie dazu genutzt, um EU-Beiträge zu erschleichen, welche direkt in die Kassen der Clans flossen.

Gemeinsame Aktion

Alle Anläufe, der Plage Herr zu werden, waren bisher gescheitert. Jetzt, nach vier Jahrzehnten, nimmt sich der italienische Staat des Problems an. Mehrere Staatsanwaltschaften, die Nationalparkverwaltung des Aspromonte, einer Reihe von Gemeinden und die zuständigen veterinärmedizinischen Dienste und Carabinieri von Friaul haben gemeinsam die ersten Schritte getan. So wurden einige kranke Rinder erschossen und 20 Stiere eingefangen, um die Vermehrung einzuschränken.

Mit Material von www.suedtirolnews.it

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