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Weidehaltung

Kuh-Attacken: Wie verhalte ich mich als Landwirt und Wanderer richtig?

Kühe stehen auf einer grünen Wiese
am Montag, 26.07.2021 - 10:00 (1 Kommentar)

Angriffe von Kühen auf Menschen sind leider keine Seltenheit, besonders zur Sommer- und Ferienzeit, wie ein aktuelles Beispiel zeigt. Wie es dazu kommt und wie Sie sich als Landwirt und Wanderer schützen können, lesen Sie hier.

Am 24. Juli 2021 kam es im Bezirk Gmunden in Oberösterreich zu einer Kuh-Attacke, bei der eine 35-Jährige und ihr 8 Jahre alter Sohn verletzt worden sind. Die dreiköpfige Familie wanderte im Gemeindegebiet von Gosau und traf dort auf eine Kuhherde im Bereich des Wanderwegs. Um die Tiere nicht unnötig aufzuschrecken entschieden sie sich dazu, die Herde zu umgehen. Unglücklicherweise lag in diesem Bereich ein frischgeborenes Kalb.

Als sie etwa 30 m vor dem Kalb waren, löste sich die Mutterkuh von der Herde und griff die 35-jährige Mutter an, die sich schützend vor ihren Sohn gestellt hatte. Alle Versuche des 37-jährigen Stiefvaters den Angriff zu verhindern, scheiterten. Die Kuh ließ nach der Attacke von den Beiden ab und ging zurück zur Herde. Die Familie setzte an einer nahegelegenen Alm den Notruf ab und wurde mit dem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus gebracht. Mutter und Sohn erlitten Verletzungen unbestimmten Grades.

Wie sichere ich mich als Landwirt in Bezug auf Kuhangriffe ab?

Grundsätzlich gilt, dass Tierhalter, Almbewirtschafter und Pächter für ihre Tiere verantwortlich sind. Eine durchgängige Anwesenheit einer Aufsichtsperson sowie das Einzäunen von Almflächen sind nicht grundsätzlich vorgegeben. Allerdings kann sich der Landwirt mit dem Einzäunen von Flächen an belebten Wanderwegen absichern.

Zudem gibt es weitere Punkte, die der Tierhalter beachten sollte:

  • Berichte von Vorfällen mit Wanderern ernst nehmen und eventuelle Lösungsmöglichkeiten heranziehen.
  • Vielleicht ist eine zeitweilige oder dauerhafte Umleitung der Wanderwege in der Weidezeit sinnvoll. In diesem Fall mit der zuständigen Behörde Kontakt aufnehmen.
  • Wanderer können mit Schildern auf ihre Eigenverantwortung aufmerksam gemacht werden.
  • Hinweistafeln an den Ausgangspunkten von Wanderwegen aufstellen.
  • Fallen dem Landwirt besonders aggressive Tiere auf, sollte er diese separieren.

Zusätzliche Sicherheit für den Tierhalter bietet der Abschluss einer speziellen Haftpflichtversicherung für Angriffe durch Kühe. Der Versicherungsschutz gilt in den meisten Fällen bei Attacken gegen Wanderer und Mountainbiker und kann in unterschiedlichen Schadenshöhen abgesichert werden.

Wie verhalte ich mich als Wanderer, wenn ich auf Kühe stoße?

Wie verhalte ich mich als Wanderer wenn ich auf Kühe stoße?

Vor allem Muttertiere sind sehr auf den Schutz ihrer Kälber bedacht und verteidigen sie vor Feinden.

Kommen Menschen oder Hunde zu nahe, können Kühe das als Angriff sehen und dementsprechend reagieren. Um das Risiko einer solchen Kuh-Attacke zu minimieren, sollten sich Wanderer an einige wichtige Verhaltensregeln halten.

Orientieren Sie sich als Wanderer an folgenden Hinweisen, um einem Angriff durch Kühe vorzubeugen: 

  • Vermeiden Sie den Kontakt zu den Weidetieren.
  • Verhalten Sie sich ruhig und schrecken Sie die Tiere nicht auf. (Stichwort: Kulikitaka- Challenge)
  • Mutterkühe reagieren auf vermeintliche Angriffe von Menschen. Leinen Sie Ihre Hunde deshalb immer kurz an.
  • Falls es doch zu einem Angriff kommen sollte, leinen Sie den Hund sofort ab.
  • Verlassen Sie die Wanderwege weder auf Almen noch auf Weiden.
  • Sollten Sie dennoch auf einem Weg auf die Tiere treffen, umgehen Sie die Herde großzügig.
  • Sollte sich ein Tier Ihnen dennoch nähern, bleiben sie ruhig und drehen der Kuh nicht den Rücken zu.
  • Die Weidefläche sollte bei Unruhe der Tiere sofort, aber ohne Hektik verlassen werden.
  • Falls die Tiere durch Zäune abgetrennt sind, denken Sie daran die Tore wieder ordnungsgemäß zu schließen.
Mit Material von Sichere Almen

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