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Weidehaltung

Kuh-Attacken: Wie verhalte ich mich als Landwirt und Wanderer richtig?

Kühe stehen auf einer grünen Wiese
am Mittwoch, 29.07.2020 - 05:00 (1 Kommentar)

Angriffe von Kühen auf Menschen sind leider keine Seltenheit. Doch wie kommt es eigentlich dazu?

Spätestens seit dem Urteil im Prozess gegen einen Landwirt infolge eines Todesfalls nach einer Kuh-Attacke im Frühjahr 2019 ist die Diskussion über den Umgang mit Kuhangriffen erneut entfacht. Der österreichische Landwirt war zu einer Geldstrafe von 490.000 Euro verklagt worden, nachdem eine Wanderin auf seiner Alm von einer Kuh totgetreten wurde. Im Mai 2020 setzte das Oberlandesgericht (OLG) die Strafe auf eine Summe von 180.000 Euro herunter.

Da es in Wandergebieten immer wieder zu solchen Kuhunfällen kommt, ist es als Wanderer sehr wichtig, die Tiere zu achten und ihren natürlichen Lebensraum zu respektieren. Auch im Hinblick auf die Kulikitaka-Challenge, bei der Kühe erschreckt werden und die vor einigen Wochen für Aufregen sorgte, ein wichtiger Aspekt.

Wie sichere ich mich als Landwirt in Bezug auf Kuhangriffe ab?

Grundsätzlich gilt, dass Tierhalter, Almbewirtschafter und Pächter für ihre Tiere verantwortlich sind. Eine durchgängige Anwesenheit einer Aufsichtsperson sowie das Einzäunen von Almflächen sind nicht grundsätzlich vorgegeben. Allerdings kann sich der Landwirt mit dem Einzäunen von Flächen an belebten Wanderwegen absichern.

Zudem gibt es weitere Punkte, die der Tierhalter beachten sollte:

  • Berichte von Vorfällen mit Wanderern ernst nehmen und eventuelle Lösungsmöglichkeiten heranziehen.
  • Vielleicht ist eine zeitweilige oder dauerhafte Umleitung der Wanderwege in der Weidezeit sinnvoll. In diesem Fall mit der zuständigen Behörde Kontakt aufnehmen.
  • Wanderer können mit Schildern auf ihre Eigenverantwortung aufmerksam gemacht werden.
  • Hinweistafeln an den Ausgangspunkten von Wanderwegen aufstellen.
  • Fallen dem Landwirt besonders aggressive Tiere auf, sollte er diese separieren.

Zusätzliche Sicherheit für den Tierhalter bietet der Abschluss einer speziellen Haftpflichtversicherung für Angriffe durch Kühe. Der Versicherungsschutz gilt in den meisten Fällen bei Attacken gegen Wanderer und Mountainbiker und kann in unterschiedlichen Schadenshöhen abgesichert werden.

Wie verhalte ich mich als Wanderer, wenn ich auf Kühe stoße?

Wie verhalte ich mich als Wanderer wenn ich auf Kühe stoße?

Vor allem Muttertiere sind sehr auf den Schutz ihrer Kälber bedacht und verteidigen sie vor Feinden.

Kommen Menschen oder Hunde zu nahe, können Kühe das als Angriff sehen und dementsprechend reagieren. Um das Risiko einer solchen Kuh-Attacke zu minimieren, sollten sich Wanderer an einige wichtige Verhaltensregeln halten.

Orientieren Sie sich als Wanderer an folgenden Hinweisen, um einem Angriff durch Kühe vorzubeugen: 

  • Vermeiden Sie den Kontakt zu den Weidetieren.
  • Verhalten Sie sich ruhig und schrecken Sie die Tiere nicht auf. (Stichwort: Kulikitaka- Challenge)
  • Mutterkühe reagieren auf vermeintliche Angriffe von Menschen. Leinen Sie Ihre Hunde deshalb immer kurz an.
  • Falls es doch zu einem Angriff kommen sollte, leinen Sie den Hund sofort ab.
  • Verlassen Sie die Wanderwege weder auf Almen noch auf Weiden.
  • Sollten Sie dennoch auf einem Weg auf die Tiere treffen, umgehen Sie die Herde großzügig.
  • Sollte sich ein Tier Ihnen dennoch nähern, bleiben sie ruhig und drehen der Kuh nicht den Rücken zu.
  • Die Weidefläche sollte bei Unruhe der Tiere sofort, aber ohne Hektik verlassen werden.
  • Falls die Tiere durch Zäune abgetrennt sind, denken Sie daran die Tore wieder ordnungsgemäß zu schließen.
Mit Material von Sichere Almen

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