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Zucht

Kuhfitting: Die Styling-Trends der Milchkuh

von , am
13.11.2014

Der Stylist der Milchkühe bei Zuchtschauen ist der sogenannte Kuhfitter. Mit Rasierer, Farbspray und Glanzlack hebt er die Schokoladenseiten einer Spitzen-Milchkuh hervor. Auf der Eurotier 2014 haben wir uns das Kuhfitting genauer angesehen.

 
Früher hat der Bauer noch selbst Hand angelegt, heute sind beim Kuhfitting meist Profis am Werk. "Wer was auf sich hält, der lässt auch mal einen Kuhfitter aus USA oder Kanada einfliegen, denn von dort kommen die Trends bei Zuchtschauen", erzählt Christian Putz, ein ausgebildeter Kuhfitter. Das Showgeschäft sei über die Jahrzehnte härter geworden. Alles muss heute stimmen - von der Rasur, über das Finishing bis hin zur Vorführung. Auch die Styling-Trends haben sich verändert, so Putz. Das Fell wird heute möglichst kurz geschoren und muss ordentlich glänzen. Vor Jahren hat man das Euter noch mit Make-Up geschminkt, heute wird vor allem viel Glanzspray verwendet.

Die Trends beim Kuhfitting

Ein Kuhfitter versucht in erster Linie die Schönheitsmerkmale einer leistungsfähigen Milchkuh hervorzuheben. Dabei wird tief in die Trickkiste gegriffen. Indem die Rückenhaare gerade geschoren werden, wird zum Beispiel eine ungleichmäßige Rückenlinie der Kuh begradigt. Außerdem wird die Kuh nach hinten durch den Haarkamm optisch vergrößert. Ein zentraler Hingucker ist natürlich das Euter. Das möglichst volle Euter wird mit reichlich Glanzspray oder Babyöl benetzt, damit die Beaderung gut zur Geltung kommt. Für den Richter gut sichtbar müssen auch die Fundamente sein. Dafür rasiert man das Fell an den Klauen möglichst kurz. Fellabrieb und kahle Stellen werden einfach mit einem Farbspray übermalt.

Kuhfitter haben Nachwuchsproblem

Der 28-jährige Kuhfitter Christian Putz ist ein alter Hase im Zucht-Showgeschäft. Er ist ausgebildeter Kuhfriseur, so steht es auch in seinem Gewerbeschein. Während seiner Studienzeit war er viel auf Schauen unterwegs. Mittlerweile nimmt er nicht mehr jeden Kuhfitting-Job an. Putz arbeitet eigentlich als landwirtschaftlicher Finanzberater. Schon früh entdeckte er seine Liebe zur Milchkuh.
 
Bereits mit 8 Jahren ist er als Helfer, später als Vorführer bei Schauen der Jungzüchter mitgelaufen. Mit 14 hat er die erste Kuh geschoren. Das professionelle Handwerk des Kuhfitters lernte er schließlich an der Europäischen Jungzüchterschule in Belgien. Wie ein echter Friseur braucht der Kuhfitter ordentliches Schneidwerk. Schermaschinen im Wert von gut 2000 Euro hat er dazu angeschafft. Es gäbe jedoch Nachwuchsprobleme, klagt er. Die Züchterverbände suchen händeringend nach Kuhfittern.

4. Bayrische Jungzüchertierschau

 
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