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Haltung und Mast

Kuhkadaver an Küsten angespült

von , am
11.01.2014

An dänischen und schwedischen Stränden wurden in den vergangenen Tagen Kuhkadaver angespült. Nun muss geklärt werden, woher die toten Tiere kommen und wie sie starben.

31,32 Millionen Tonnen Milch haben deutsche Milchbauern 2014/2015 an Molkereien geliefert. © Mühlhausen/landpixel
Außergewöhnliches Strandgut konnte man in den letzten Tagen an den Küsten Schwedens und Dänemarks finden. In der südschwedischen Region Skåne wurden acht Kuhkadaver angeschwemmt.
 
Ein paar davon hatten mit einem Strick zusammengebundene Beine, während bei anderen ein Ohr weggeschnitten war, wie die Zeitung "Sydsvenskan" berichtet. Die Polizei in Malmö ermittelt in der Sache aufgrund von Umweltkriminalität.

Abgeschnittene Ohren, zusammengebundene Beine

Bisher fehlt eine Erklärung für die Kadaver: "Wir finden oftmals tote Seehunde, aber so etwas habe ich noch nie erlebt", sagte Calle Persson von der Polizei in Skåne gegenüber dem "Svenska Dagbladet". Die Ohren wurden wohl abgeschnitten, um eine Zuordnung zu verhindern, so Pressesprecherin Ewa-Gun Westford.
 
Bei den in Schweden gefundenen Tieren sind keine äußerlichen Verletzungen feststellbar. "Es ist schwer zu sagen, wie lange sie im Wasser gelegen haben. Bei zwei von ihnen waren die Hinterbeine mit einem blauen Nylonstrick zusammengebunden", meldet Greger Persson, Bereitschaftsleiter der Gemeinde Trelleborg.

Auch Funde in Dänemark

Auch in Dänemark wurden jetzt drei tote Kühe an den Stränden der Insel Sjælland sowie Lolland gemeldet. Bei einer Kuh, die bei Skælskør entdeckt wurde, war jedoch der Bauch geöffnet. Dass die Funde in Zusammenhang miteinander zu sehen sind, steht außer Frage. Möglicherweise sind die Tiere von einem Schiff gefallen oder geworfen worden, welches die südliche Ostsee durchquerte.

Ein "mystischer" Fall

Nun sollen Meteorologen durch Analyse der Wind- und Meeresströmungen dabei helfen, herauszufinden, woher die Tiere angetrieben wurden, wie die Zeitung "Politiken" meldet. Auch Tierärztin Else Enemark bezeichnet das Ganze als "wirklich sehr mystisch". Man gehe aber davon aus, dass die Tiere bereits tot waren, als sie im Wasser landeten.
 
Eine Erklärung könnte sein, dass ein paar der Kühe krank geworden sind oder starben. "Danach hat man sie eben einfach über Bord geworfen", wie Skånes Tierschutzinspektor Matthias Gårdlund erklärt. Möglichweise seien sie auch während der vorweihnachtlichen Unwetter in einem überschwemmten Lastraum ertrunken.

Keine europäischen Tiere

Bei einer Kuh konnten Teile einer Registrierungsnummer sicher gestellt werden. Bei allen anderen war sie entfernt oder das ganze Ohr abgeschnitten worden. Der Code ist keinem Land der EU zuzuordnen. Gårdlund vermutet, dass die Kühe von einem der vielen Tiertransporte stammen, die auf dem Weg zwischen den USA und Russland schwedische und dänische Gewässer passieren. "Auf den größten Schiffen befinden sich mehrere tausend Tiere", so Gårdlund.

Obduktion angeordnet

Die schwedischen Behörden wollten die ersten angespülten Tiere anfangs nicht auf Krankheiten untersuchen oder obduzieren lassen. Sie wurden ohne genauere Nachforschungen beseitigt. Bei den letzten gefundenen Kühen jedoch wurde nun eine Obduktion angeordnet, um das Rätsel möglicherweise lösen zu können. Man will außerdem klären, ob sie bereits tot waren, als sie im Wasser landeten oder ob sie ertranken beziehungsweise erfroren.
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