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Gewässermanagement

Landwirt in Not: 325 Mutterkühe heimatlos

Kühe auf der Weide
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Jana Dahlke, agrarheute
am
27.03.2018

Der Landesbauernverband Brandenburg e.V. (LBV) ruft zur Solidarität mit einem Bio-Landwirt auf und fordert von den zuständigen Stellen, endlich ihrer Pflicht zur Gewässerunterhaltung nachzukommen. Insgesamt müssen 325 Mutterkühe anderweitig untergebracht werden.

Nach Angaben des LBV Brandenburg führte eine verfehlte Gewässerunterhaltung im Landkreis Oder-Spree zur wiederholten Überflutung und Versumpfung von großen Weideflächen. Dies bedroht nun auch die Existenz der betroffenen Landwirte - besonders die Standorte Neu Zittau, Hartmannsdorf, Mönchwinkel, Hangelsberg, Fürstenwalde, Braunsdorf und Erkner. Hier betreibt auch Ökobauer Volker Schmohl auf einigen Flächen extensive Weidehaltung.

Bereits seit 1995 wies der Tierhalter auf die Missstände hin und mahnte tiergerechte Grundwasserflurabstände an. Bisher blieben diese Bemühungen jedoch ergebnislos. Seitens der zuständigen Behörden sei noch keine Reaktion erfolgt.

Mutterkühe müssen umgesiedelt werden

Die Versäumnisse beim Gewässermanagement führten laut LBV dazu, dass die Mutterkühe von Volker Schmohl inzwischen im Morast stehen müssen. Daraufhin wurde am 20. März 2018 das zuständige Veterinäramt aktiv und verfügte die Auflösung der gesamten Rinderhaltung auf den betroffenen Flächen bis zum 6. April aus Gründen des Tierschutzes. Nun ist der Biobauer gezwungen, für seine rund 325 tragenden Mutterkühe einen neuen Standort zu suchen. Sei dies nicht der Fall, bliebe ihm nur übrig, die Tiere abzugeben.

Bauernverband ruft zur Solidarität auf

In Anbetracht dieser Vorkommnisse fordert der LBV Brandenburg die zuständigen Stellen auf, endlich ihrer Pflicht zur Gewässerunterhaltung nachzukommen und nicht länger die Existenzen der Flächennutzer aufs Spiel zu setzen. Die Gräben an den Feldrändern müssten geöffnet werden, sodass das Wasser von den Flächen ablaufen oder abgepumpt werden kann. Erst nach dem Abtrocknen der Weiden können die Tiere wieder zurück.

LBV-Präsident Henrik Wendorff ruft die Grundeigentümer in der Region zur Solidarität auf. „Ein Bauer ist hier ganz offensichtlich durch das Versagen verschiedener Stellen unverschuldet in Not geraten und benötigt dringend Unterstützung. Wer kurzfristig geeignete Ausweichstandorte bereitstellen kann, ist aufgerufen, sich mit uns in Verbindung zu setzen.“, so Wendorff.

Mit Material von Landesbauernverband Brandenburg e.V. (LBV)

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