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Milchproduktion

Langfristige Lieferverträge sollen für Sicherheit sorgen

von , am
09.03.2010

München - In Bayern konkurrieren derzeit mehrere Molkereien um frei werdende Milchmengen. Auf den Preis hat sich das bisher jedoch nicht niedergeschlagen.

© agrarfoto.com

"Die Sicherung des Rohstoffs Milch ist schon im Gange", beschreibt Christoph Lodermeier, Referent im Verband der Milcherzeuger Bayern die momentane Situation.

Gerade in Gebieten, in denen ein Abwandern der Milch vorhersehbar sei, würden Molkereien derzeit versuchen, längerfristige Milchlieferverträge zu schließen. "Wo Alternativen wie Ackerstandorte oder Biogas da sind, werden einige Milchbauern - auch größere - diese nützen", vermutet Lodermeier. Die Molkereien wollten sich über langfristige Milchlieferverträge dagegen absichern.

Konkurrenzsituation schlägt sich nicht auf Preis nieder

Ein Kampf um den Rohstoff Milch ist nach Ansicht Lodermeiers derzeit dennoch nicht im Gange. Denn auf den Preis hat sich die momentane Konkurrenzsituation noch nicht niedergeschlagen. Wie sich die Preissituation in Zukunft darstellen wird, könne man momentan noch nicht sagen, denn, so Lodermeier, "das hängt am Verhandlungsgeschick der Vermarkter".

Bayern: 50 Prozent freie Milchmenge

Der Referent im Verband der Milcherezeuger Bayern empfiehlt eine stärkere Bündelung der Milchmenge. Es gelte eine einfache Formel: "Je mehr Milch, desto mehr Marktmacht." Anders als in anderen Bundesländern, in denen dreiviertel der Milchmenge gebunden sei, würden in Bayern nur etwa 50 Prozent der Milchmenge über Genossenschaftsmolkereien vermarktet. "Die anderen 50 Prozent könnten in der Bayern MEG gebündelt werden." Auch aus kartellrechtlicher Sicht spricht nichts gegen eine solche Bündelung. Das Amt hat bereits mehrfach geäußert, erst bei einer Bündelung über 80 Prozent einschreiten zu wollen.

Doch statt ihre Milchmengen stärker zu bündeln, setzten manche Landwirte auf Einzellieferverträge mit Molkereien, in einigen Gebieten Bayerns "gibt es im Vermarktungsbereich eher eine Zersplitterung."

Marktmacht kommt mit der Rohstoffmenge

Den Beitritt des MEG Milchboard Obergünzburg in die Bayern MeG sieht er  positiv. Die aktive Milchmenge des MEG Milchboard Obergünzburg wird künftig von der Bayern MeG vermarktet. "Marktmacht durch Bündelung aufbauen kann ich in der Bayern MeG, im Milchboard kann ich das nicht."

Anders als die Bayern MeG vermarktet das MEG Milchboard keine Milch, sondern ist ein Zusammenschluss deutscher Milcherzeuger. Für ihre Milch sind die Landwirte selbst zuständig. Die Bayern MeG bündelt und vermarktet pro Jahr etwa 1,4 Milliarden Kilogramm Milch und vertritt 45 Mitgliedsorganisationen mit knapp 10.000 Milcherzeugern. (ez)

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