Login
Milchproduktion

Lebenseffektivität bei Kühen: Leistung ist nicht alles

von , am
28.11.2012

Milcherzeuger achten heute nicht mehr nur auf die reine Laktationsleitung. Ausgewogenheit rechnet sich aus betriebswirtschaftlicher Sicht am meisten.

Trächtige Kühe zur Schlachtbank? Ein EU-Gesetz soll das verhindern. © Mühlhausen/landpixel
Geld verdient wird in der Milchproduktion - trotz schwankender Erzeugerpreise - immer noch vor allem mit der Milch. Schon deshalb müssen leistungsstarke Kühe mit hohen Laktationseinstieg und langer Persistenz das Ziel jedes Milchviehhalters sein.
 
Dennoch: Die Zeiten der Rekordjagd sind wohl Vergangenheit. Das liegt zum einen am sich ändernden Kostengefüge, wohl aber auch an Verbraucheransprüchen und Tierschutzforderungen. Eine Jungkuh, die mit Lichtgeschwindigkeit auf ihre ersten 10.000 kg Milch zuhastet, dann aber nicht mal das Ende der Laktation erlebt, will keiner - nicht der Verbraucher und schon gar nicht der Landwirt. Denn selbst bei günstigsten Aufzuchtbedingungen und früher Nutzung hat die Färse in ihren ersten beiden Lebensjahren richtig Geld gekostet. Und das erwirtschaftet sie nicht annähernd mit ein oder zwei starken Laktationen.
 
Die Tiere müssen also insgesamt älter werden, schneller zuchtreif sein und nach jedem Kalb schnell wieder tragend werden. Mit anderen Worten: Das Verhältnis produktiver zu unproduktiver Phasen im Milchkuhleben muss möglichst deutlich zugunsten ersterer ausfallen. Nur so ergibt sich, kominiert mit stabilen Milchleistungen, eine hohe Lebenstagsleistung - oder eben Lebenseffektivität.

Hohe Einzelleistungen und lange Nutzungsdauer

Dieses Merkmal schließt sowohl hohe Einzelleistungen als auch eine möglichst lange Nutzungsdauer ein. Das NL-Sonderheft "Lange leistungsstark – Lebenseffektivität von Milchkühen" befasst sich mit den wichtigsten Eckpunkten einer hohen Lebenseffektivität. Das beginnt bei einer optimalen Aufzucht der Kälber und Jungrinder, geht über die richtige Fütterung und Haltung, die Wahl der bestgeeigneten Melktechnik, die Gestaltung von Trockensteh- und Transitzeiten bis hin zur Gesundheitskontrolle und Krankheitsprophylaxe und zu einem betrieblich optimal angepassten Merzungsplan. Für moderne Milchviehhalter mit Blick auf Gesundheit, Leistung und Wohlbefinden ihrer Tiere bietet das Sonderheft zahlreiche Anregungen und neue Denkansätze.
Auf der EuroTier in Hannover sprach Fachredakteurin Sabine Leopold von der NL mit Dr. Anke Römer und Dr. Peter Sanftleben von der LFA Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern über das Thema.

Video: Lebenseffektivität bei Milchkühen

Auch interessant