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Haltung und Mast

Leichte Aufwärtstendenz an den EU-Schlachtrindermärkten

von , am
14.06.2010

Brüssel/Bonn - Die Schlachtrinderpreise an den repräsentativen Märkten der EU haben in der Woche zum 6. Juni 2010 leicht zugelegt. Die Rindfleischimporte der EU betrugen im ersten Quartal gut 100.000 Tonnen.

© Paul-Georg Meister/pixelio

Die Notierungen für Jungbullen der Handelsklasse R3 stiegen laut Angaben der EU-Kommission im Durchschnitt der Mitgliedstaaten saisonal um 2,03 Euro oder 0,7 Prozent auf 308,81 Euro je 100 Kilo Schlachtgewicht (SG). Damit wurde das Niveau der Vorjahreswoche fast punktgenau getroffen. Insgesamt blieben die Preisbewegungen aber begrenzt.

Deutlicher Preisanstieg in Spanien

Über deutliche Erlösverbesserungen konnten sich die Rindermäster in Spanien bei Aufschlägen von zwei Prozent freuen. In Schweden und Großbritannien legten die Notierungen jeweils um mehr als 1,5 Prozent zu. In Frankreich  elen die Preise für R3-Jungbullen hingegen um 0,7 Prozent. Die Preise für Schlachtkühe konnten in der Europäischen Union zuletzt ebenfalls leicht zulegen. Mit 234,13 Euro je 100 Kilo SG lagen die Notierungen für Kühe der Handelsklasse O3 im EU-Durchschnitt um 0,92 Euro oder 0,4 Prozent höher als in der Vorwoche. Das Niveau der Vorjahreswoche wurde dabei um 0,5 Prozent verfehlt. In Deutschland stieg der Preis saisonal um 1,7 Prozent, in Großbritannien sogar um 2,6 Prozent. Dagegen sanken die Notierungen in Frankreich um 0,8 Prozent.

Leichte Aufwärtsbewegung am deutschen Färsenmarkt

{BILD:123047:jpg}Für Färsen der Handelsklasse R3 wurden in der Berichtswoche im EU-Durchschnitt 312,76 Euro je 100 Kilo SG gezahlt. Das waren 3,30 Euro oder 1,1 Prozent mehr als eine Woche zuvor. Damit befanden sich die Notierungen etwa auf Vorjahresniveau. Während die Preise in Frankreich gegenüber der Vorwoche konstant blieben, kam es in Deutschland zu einer leichten Aufwärtsbewegung von 0,3 Prozent. Leichte Abschläge von 0,4 Prozent mussten die Rinderhalter in Dänemark hinnehmen. Großbritannien konnte ein Plus von 1,2 Prozent verzeichnen.

Gut 100 000 Tonnen Rindfleisch im ersten Quartal von der EU importiert

Die Europäische Union hat die Einfuhr von Rindeisch aus Übersee zu Beginn dieses Jahres ausgeweitet. Wie aus einer Übersicht der EU-Kommission hervorgeht, wurden von Januar bis März 2010 umgerechnet in Schlachtgewicht (SG) rund 101.000 Tonnen Rindeisch einschließlich lebender Tiere von der Gemeinschaft importiert. Das waren acht Prozent mehr als in der Vergleichsperiode des Vorjahres.

Rückläufige Importe aus Argentinien

Im gesamten Vorjahr hatte die EU-27 ihre Einfuhren an Rindeisch um gut neun Prozent auf 431.100 Tonnen gesteigert, nachdem die Importe 2008 im Wesentlichen aufgrund eines Lieferstopps Brasiliens, der nach Ausbrüchen der Maul- und Klauenseuche (MKS) vorübergehend verhängt worden war, um 29 Prozent auf 394.300 Tonnen gesunken waren. Im Berichtsquartal erhöhten sich die Rindeischexporte Brasiliens in die EU um 19 Prozent auf rund 37.700 Tonnen. Weniger Ware kam demgegenüber aus Argentinien: Die "Gauchos" lieferten in den ersten drei Monaten 25.400 Tonnen Rindeisch in die EU, was gegenüber der vergleichbaren Vorjahresperiode eine Abnahme um neun Prozent bedeutete. Uruguay erhöhte die Lieferungen in die Gemeinschaft hingegen um drei Prozent auf 19.800 Tonnen.

Russland blieb wichtigster Abnehmer

Leicht gestiegen ist auch der Rindeischexport aus der EU-27: Den Angaben der Kommission zufolge legten die Ausfuhren einschließlich des Exports lebender Rinder gegenüber Januar bis März 2009 um zwei Prozent auf 58.800 Tonnen SG zu. Im Gesamtjahr 2009 waren die Lieferungen nach Drittstaaten um 15 Prozent auf 248.200 Tonnen gesunken, nachdem diese 2008 noch um 18 Prozent auf knapp 291.500 Tonnen gesteigert werden konnten. Wichtigster Abnehmer von Rindeisch aus der EU blieb auch zu Anfang dieses Jahres Russland, das seine Bezüge im ersten Quartal jedoch um 18 Prozent auf 11.300 t einschränkte. (AgE)

 

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