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Milchproduktion

Letzte Milchquotenbörse: West bei 14 Cent, 5 Cent im Osten

© Mühlhausen/landpixel
von , am
03.11.2014

Beim 44. und gleichzeitig letzten Börsentermin stieg der Preis für die Milchquote im Übertragungsgebiet West auf 14 ct/kg. Im Übertragungsgebiet Ost wurden 5 ct/kg gezahlt.

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© krick/agrar-press
Der Deutsche Bauernverband (DBV) ermittelte für die 44. Quotenbörse einen gewogenen Durchschnittspreis für Deutschland von 12 Cent je Kilogramm Milchquote. Im Vergleich zum vergangenen Börsentermin im Juli 2014 ist der Quotenpreis damit bundesweit um drei Cent je Kilogramm gestiegen. "Der erneute Anstieg des Börsenpreises zeigt den anhaltend hohen Druck, den die Superabgabe auf unsere Milcherzeuger ausübt", schätzt der DBV die Ergebnisse der letzten Milchquotenbörse ein. Der Bauernverband geht davon aus, dass eine Anpassung des Fettkorrekturfaktors für das letzte Milchquotenjahr 2014/15 nicht mehr politisch durchsetzbar sein wird.
 
Im gesamten Bundesgebiet wurden in der Herbstbörse 363.866 Tonnen Milchquote übertragen. Das entspricht einem Anteil von 1,2 Prozent an der nationalen Referenzmenge in Höhe von 30.318.929 Tonnen Milch, die den deutschen Milchbauern im Quotenjahr 2014/15 zur Verfügung stehen. An der letzten Börse wurde damit eine Rekordmenge gehandelt, die mit knapp 60.000 Tonnen über der Höchstmenge im April 2011 lag.
 
Insgesamt wurden 397.575 Tonnen Milchquote angeboten und 506.237 Tonnen nachgefragt. Damit überstieg die Nachfrage das Angebot um 108.662 Tonnen. Die Zahl der Börsenteilnehmer betrug 9.440 und war damit fast doppelt so hoch wie auf der letzten Sommerbörse. Rund 86 Prozent aller Teilnehmer waren erfolgreich, davon 4.403 Anbieter und 3.674 Nachfrager. 74 Prozent aller Nachfrager konnten bedient werden, teilte der DBV mit.

Starke Verschiebung der Milchquote zwischen den Ländern

Im Übertragungsgebiet West war das Angebot mit 294 Millionen Kilogramm (kg) so hoch wie seit vier Jahren nicht mehr, den Preis bestimmte allerdings die noch deutlich größere Nachfrage von 423 Mio. kg. Die hohen, aber verständlichen Preisgebote der Käufer taten noch ein Übriges, schreibt Landwirtschaftsdirektor Josef Dick von der Milchquotenübertragungsstelle Bayern. Hätten nicht so viele Erzeuger, die ihre Quote in diesem Jahr nicht ausschöpfen werden, Teilmengen angeboten, hätte der Preisanstieg sogar noch höher und der Anteil der erfolgreichen Nachfrager noch geringer ausfallen können. So aber kamen wenigstens 3.364 von 4.760 Nachfragern zum Zuge. Von den 4.285 Anbietern waren nur sechs nicht erfolgreich. Bis auf 582.228 kg wurde das Angebot auch verkauft.
 
Dieser letzte Übertragungstermin stand ganz stark unter dem Vorzeichen der prognostizierten, extrem hohen Superabgabe einerseits und dem Auslaufen der Milchquotenregelung andererseits. Von der einmaligen Möglichkeit, unterlieferte Quoten noch zu Geld zu machen, hat doch eine ganze Reihe von Landwirten Gebrauch gemacht.
 
Erfolgreiche Nachfrager erhalten 90,088 Prozent ihrer beantragten Menge zum Gleichgewichtspreis, in Bayern können noch 1,788 Prozent aus der kostenlosen Landesreserve zugeteilt werden. Erneut gibt es große Quotenverschiebungen zwischen den Ländern. Bayern verliert 42 Mio. kg, die im Wesentlichen nach Niedersachsen und Schleswig-Holstein wandern (+ 45 Mio. kg). Hessen verliert 8 Mio.; etwa die gleich Menge fließt nach Nordrhein-Westfalen. Rheinland-Pfalz büßt drei Mio. kg ein, Baden-Württemberg kann nach längerer Zeit wieder einmal einen kleinen Gewinn (0,25 Mio. kg) einfahren.

Quotenpreis im Übertragungsgebiet Ost bei 5 ct/kg

Im Übertragungsgebiet Ost wurde insgesamt eine Menge von 70,7 Mio. kg erfolgreich gehandelt. Im Vergleich zum letzten Termin im Juli sank der Preis um einen Cent je Kilogramm auf nun 5 ct/kg. Insgesamt boten 185 Börsenteilnehmer eine Menge von 103,8 Mio. kg an, 124 waren erfolgreich. 83,5 Mio. kg wurden von 210 Interessenten nachgefragt. Dabei wanderten folgende Mengen zwischen den Bundesländern:
  • Mecklenburg-Vorpommern: 24,4 Mio. kg gekauft (12,7 Mio. kg verkauft)
  • Sachsen-Anhalt: 15,1 Mio. kg gekauft (16,1 Mio. kg verkauft)
  • Brandenburg: 12,5 Mio. kg gekauft (20,8 Mio. kg verkauft)
  • Sachsen: 11,5 Mio. kg gekauft (13,4 Mio. kg verkauft)
  • Thüringen: 7,2 Mio. kg gekauft (7,7 Mio. kg verkauft)  
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