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Milchproduktion

Lieferbeziehungen ohne Quote marktorientiert fortentwickeln

von , am
28.11.2009

Kassel - Molkereigenossenschaften und ihre Mitglieder bereiten sich gemeinsam auf die Zeit nach Auslaufen der Milchquote vor. Zusammen diskutierten sie auf einer DRV-Tagung Lösungsansätze für die genossenschaftliche Milchwirtschaft.

© agrarfoto.com

"Das bisher erfolgreiche Geschäftsmodell der Genossenschaften bietet auch weiterhin zahlreiche Möglichkeiten zur zukunftsorientierten Ausrichtung, deren Eckpfeiler die Abnahmegarantie und Lieferpflicht sind. Es bleibt somit bei einem Höchstmaß an gegenseitiger Verlässlichkeit. Die bisherige Milchquote der Mitglieder hat keinen Einfluss auf die künftige Lieferbeziehung zur Genossenschaft. Dies wurde von den ehren- und hauptamtlichen Vertretern der Molkereigenossenschaften in Kassel einhellig bekräftigt", so Manfred Nüssel, Präsident des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV).

Lieferbeziehung: Marktverantwortung gerecht werden

Die genossenschaftliche Lieferbeziehung ziele auch künftig darauf ab, der Marktverantwortung für die Mitglieder gerecht zu werden. Lösungsansätze mit einer Mengensteuerung oder -begrenzung für den Gesamtmarkt könnten von den Genossenschaften nicht dargestellt werden. Nüssel betonte, dass am erfolgreichen Geschäftsmodell auf Basis der Satzung auch künftig festgehalten wird.

DRV: Legen großen Wert auf Eigenverantwortung

Das Genossenschaftsgesetz biete zahlreiche Möglichkeiten zur Weiterentwicklung und damit der zukunftsorientierten Ausrichtung der Beziehungen zwischen Mitglied und Genossenschaft, wobei der DRV größten Wert auf die Eigenverantwortung der Unternehmen lege. So diskutierten die Vertreter der Molkereigenossenschaften unter anerem Ansätze, bei denen an die Stelle der bisherigen staatlichen Mengensteuerung über die Milchquote eine gemeinsame Mengenplanung zwischen Milcherzeugern und Molkerei tritt, ohne die Abnahmepflicht der Genossenschaft und die Andienungspflicht des Mitglieds einzuschränken. "Das bietet allen Marktpartnern eine verbesserte Planungssicherheit, die letztendlich zum gemeinsamen Erfolg beiträgt", so Nüssel.

Meinungsaustausch weiter fortführen

Neben Fragen der Mengenplanung in einem liberalisierten Milchmarkt wurde mit Prof. Achim Spiller, Lehrstuhl "Marketing für Lebensmittel und Agrarprodukte" an der Georg-August Universität Göttingen, die Rolle der Kommunikation in den Genossenschaften mit ihren Mitgliedern und Verantwortlichen diskutiert. In Kassel wurde vereinbart, diesen Meinungsaustausch im Kreis der Haupt- und Ehrenamtlichen kontinuierlich fortzuführen. (pd)

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