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Milchwirtschaft

LVN: Deshalb sollten Sie keine Rohmilch trinken

Rohmilch kann gefährliche Keime enthalten
am
29.04.2019

Die Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen e.V. (LVN) warnt davor, rohe Milch zu trinken. Der Verband reagiert damit auf einen WDR-Fernsehbeitrag, in dem „sehr riskante“ Aussagen über Rohmilch getroffen worden seien.

Frische Rohmilch – das ist für viele ein Hochgenuss. Doch rohe Milch kann Keime wie Listerien, EHEC, Campylobacter oder Salmonellen enthalten. „Infektionen mit diesen Bakterien können zu einem schwerwiegenden Krankheitsverlauf führen und sogar lebensbedrohlich sein“, schreibt der LVN in einer Pressemitteilung.

Anders sieht das offenbar der Westdeutsche Rundfunk (WDR). Laut der Sendung „Quarks“ soll Rohmilch dabei helfen, Allergien zu vermeiden. Außerdem rate der Beitrag, Rohmilch direkt beim Landwirt zu kaufen, da sie dort so wenig wie möglich behandelt werde. Laut LVN seien das jedoch „sehr riskante“ Aussagen.

LVN kritisiert WDR-Aussagen zu Rohmilch

Auch wenn die Wissenschaft immer wieder auf eine positive Wirkung auf das Allergierisiko hinweist, rät der LVN vom Rohmilch-Verzehr ab. Die Gesundheitsgefahr, die von roher Milch ausgehe, sei wesentlich höher als die allergiepräventive Wirkung, so der Verband.

Auch das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) warne davor, rohe Milch zu trinken. Außerdem müssen Landwirte, die Rohmilch auf ihrem Hof verkaufen, an der Abgabestelle den Hinweis „Rohmilch, vor dem Verzehr abkochen" anbringen, so der LVN.

Zudem sei es nicht korrekt, dass Landwirte die Rohmilch behandeln. „Diese Aussage wägt den Verbraucher in einer trügerischen Sicherheit“, schreibt der LVN. Sie suggeriere, dass Landwirte die Rohmilch in irgendeiner Form behandeln würden. „Das geschieht aber definitiv nicht.“

Verbraucherschutz steht an erster Stelle

Laut LVN sei nichts dagegen einzuwenden, wenn Landwirte ihre hochwertige Rohmilch verkaufen und sich dadurch eine zusätzliche Einnahmequelle erschließen. An erster Stelle stehe jedoch der Verbraucherschutz. Die Abgabe von Rohmilch dürfe deshalb nur unter Auflagen erfolgen.

Besonders „Kleinkinder, deren Immunsystem noch nicht richtig 'ausgereift' ist, sind anfällig für eventuell in Rohmilch enthaltene, krankmachende Keime“, schreibt der LVN weiter. Ein erhöhtes Risiko bestehe auch für ältere Menschen, Schwangere und immungeschwächte Menschen.

Mit Material von LVN

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