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Haltung und Mast

M-V: Rinder nicht gegen BHV1 impfen

von , am
23.07.2013

Schwerin - Mecklenburg-Vorpommern will gemeinsam mit anderen Bundesländern den BHV1 freien Status erreichen. Deswegen ist eine Impfung gegen das Virus seit 1. Juli verboten.

Seit dem 1. Juli ist in Mecklenburg-Vorpommern die Impfung gegen BHV1 verboten. © landpixel
Seit dem 1. Juli ist in Mecklenburg-Vorpommern die Impfung gegen die Bovine Herpesvirus Typ 1-Infektion (BHV1) verboten. Darauf weist das hiesige Landwirtschaftsministerium alle Rinderhalter hin.
 
Ebenso dürfen ab diesem Datum nur noch BHV1-freie Rinder, die nicht gegen diese Infektion geimpft sind, in die Bestände eingestellt werden. Ausnahmen vom Impfverbot sind zwar in Einzelfällen möglich, müssen aber von den Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsämtern bei den Landkreisen und kreisfreien Städten zugelassen werden. Hauptsächlich trifft dies auf "unbillige Härtefälle" zu.

Impfverbot zur Beantragung des offiziell freien Status nötig

Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus weist darauf hin, dass das Impverbot unerlässlich ist, um den BHV1-freien Status nach Artikel 10 der Richtlinie 64/432/EWG zu erreichen. "Die Endphase der Sanierung kann nur erfolgreich abgeschlossen werden, wenn diese Verbote strikt eingehalten werden", so der Minister.
 
Mecklenburg-Vorpommern will den offiziell freien Status zusammen mit Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Sachsen und Berlin bei der EU-Kommission beantragen. Dadurch erhofft man sich nicht nur eine dauerhafte Verbesserung der Rindergesundheit und Leistungsfähigkeit der Tiere, sonder auch deutliche Erleichterungen im Handel und einen Rückgang des bisherigen Untersuchungsumfangs.
 
Denn Rinder aus nicht Artikel 10-Regionen dürfen nur unter der Zusicherung von Zusatzgarantien in ein BHV1-freies Gebiet gebracht werden.

Letzte Virusträger bis Ende des Jahres aus den Beständen entfernen

Bis zum 31. Dezember dieses Jahres müssen auch die letzten Virusträger, so genannte BHV1-Reagenten aus den wenigen, bislang noch nicht BHV1-freien Beständen entfernt werden. "Werden die Maßnahmen in Mecklenburg-Vorpommern nicht konsequent durchgesetzt oder durch einzelne Betriebe behindert, dann werden die anderen Länder nicht auf uns warten", fürchtet Backhaus.
 
Deswegen sollten betroffene Rinderhalter eng mit den zuständigen Amtstierärzten zusammenarbeiten und die Sanierungsvorgaben des Amtes ohne Zeitverzug einhalten.
 
Aktuell befinden sich in Mecklenburg-Vorpommern nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums noch in neun Milch- und Mutterkuhbetrieben insgesamt mehr als 100 Virusträger. 

Große wirtschaftliche Bedeutung

Das Bovine Herpesvirus 1 (BHV-1) ist auch bekannt als IBR- oder IPV-Virus und Verursacher der entsprechenden Krankheitsbilder (Infektiöse Bovine Rhinotracheitis und Infektiöse Vulvovaginitis), informiert das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI). Aufgrund seiner wirtschaftlichen Bedeutung sind in einigen europäischen Ländern große Anstrengungen unternommen worden, diese Erkrankung in der Rinderpopulation zu tilgen.
 
In Deutschland gibt es seit Ende 1997 gesetzliche Vorschriften zur Bekämpfung der BHV1-Infektion.

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