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Zucht

Was macht der KGB in der Holsteinzucht?

Der Vererber Josuper
am Freitag, 23.11.2018 - 05:00 (Jetzt kommentieren)

Was haben das Gewicht der Kühe und ihre Futtereffizienz mit der KGB zu tun? Das erfahren Sie hier.

Die Futterkosten machen heutzutage etwa die Hälfte der Gesamtkosten in der Milcherzeugung aus. Daher kommt der Futtereffizienz in der Zucht immer mehr Bedeutung zu. Für die US-Holsteins liegt ein entsprechend neues Bewertungssystem vor. Dabei wird die Körpergröße der Einzeltiere aus ausgewählten Exterieurmerkmalen abgeleitet.

Die Stärke der Kuh ermitteln

Erfasst werden dabei – wie auch in Deutschland – beispielsweise die Größe, die ­Stärke, die Körpertiefe, die Beckenbreite, der Milchcharakter und einige weitere Kriterien der Jungkühe in der ersten ­Laktation. Aufbauend auf diesen Ex­terieurbewertungen wird die Body Size Composite (Körpergrößenbewertung, kurz KGB) ermittelt.

Das Mittel für die KGB ist dabei null. Positive KGB-Werte bedeuten also überdurchschnittlich schwere und negative KGB-Werte unterdurchschnittlich schwere Tiere. Ein Holsteinbulle, der beispielweise mit einem KGB von +3,0 beurteilt wird, lässt bei seinen Töchtern eine Zunahme der Körpermasse um 108,9 kg erwarten. Diese Körpergrößenbewertung wird genutzt, um die Futtereffizienz (FE) der Bullen zu bewerten. 

Futtereffizienz durch Zucht verbessern

Durch die negative Bewertung hoher Körpermassen und eine hohe positive Bewertung der Milchfett- und Milcheiweißmengenvererbung kann indirekt auf die FE geschlossen werden. Die Milchmenge wird beim Berechnen der FE negativ beurteilt.

Durch diese negative Bewertung der Milchmenge und die gleichzeitige hohe Wertung der Milchfett- und Eiweißmenge werden die Milchinhaltsstoffe stabilisiert – das heißt abnehmende Inhaltsstoffe verhindert. Im Ergebnis sind Bullen, die mittelrahmige Töchter mit einer genügend hohen Milchleistung liefern, die Listenführer. 

Die besten Bullen

Der höchstrangierte töchtergeprüfte Bulle ist Josuper. Er erreicht einen KGB von +1. Das bedeutet, dass seine Töchter leicht überdurchschnittlich schwer sind. Sie lassen eine höhere Körpermasse von etwa plus 36 kg erwarten. Sein FE liegt bei 260. Damit lässt jede seiner Töchter unter amerikanischen Bedingungen einen zusätz­lichen Gewinn von 260 US-Dollar (etwa 224 Euro) für die Milcherzeugung abzüglich der Futterkosten im Vergleich zum Durchschnitts­bullen erwarten.

Generell zeigt sich durch diese gesonderte Bewertung, dass Vater­tiere, die weniger schwere Töchter liefern, eine geringere Milchleistungssteigerung aufweisen müssen, um eine vergleichbare Futtereffizienz zu erzielen. Das trifft zum Beispiel auf den Bullen Cabriolet zu. Er erreicht mit leichteren Töchtern (KGB = -1,73) und einer Milchmenge von plus 781 kg einen FE von 234.

Hier stehen die deutschen Bullen

In Deutschland wurden wiederholt Vater­tiere empfohlen, die sehr rahmige – also übergroße – Töchter lieferten. Das trifft ­unter anderem auf den Goldwin-Sohn Goldday zu. Da er auch in den USA genutzt wurde, liegt für ihn ein FE-Zuchtwerte vor, der sogar negativ ist (FE = -5).

Neben der Übergröße seiner Töchter trägt seine geringe Milchmengenvererbung von plus 60 kg zu diesem schlechten Ergebnis bei.
Ein anderes Bild zeigt sich bei seinem Halbbruder Guarini. Er bringt nur mittelrahmige Töchter bei mittlerer Stärke. Sein Zuchtwert für die Futtereffizienz ist, unterstützt durch eine zusätzlich bessere Milchleistung seiner Töchter (plus 300 kg), positiv (FE = +53).

Leichtere Kuh bevorzugt

In den USA wurde erstmalig eine züchterische Bewertung der Futtereffizienz etabliert. Dabei wird die Körpermasse der Kühe indirekt erfasst. Zusammen mit der Milchmengen- und Inhaltsstoffvererbung wird dadurch die Futtereffizienz ermittelt.

Sie bewertet die wirtschaftlichen Vor- und Nachteile von Nachzuchten, wobei neben der Milchleistung gleichzeitig die Futterkosten für den Körpererhalt betrachtet werden. Denn schwerere Kühe müssen generell mehr Milch als leichtere Kühe geben, um eine vergleichbare Futtereffizienz zu ­erzielen.

Rinder auf der EuroTier

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