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Management nah am Tier ausrichten

Constanze Nagler kennt ihre Tiere genau. In ihrem Managment setzt sie auf eine verlängerte Zwischenkalbezeit. Das hilft ihr dabei, die Kälberzeit zu reduzieren.

am Freitag, 04.06.2021 - 07:29

Sie steht am Futtertisch und beobachtet die frisch abgekalbten Kühe beim Fressen des frischen Heus. Einmal täglich ruft Constance Nagler sich diese Tiergruppe an den Futtertisch. Eine ihrer wichtigsten Managementmaßnahmen ist das intensive Beobachten der Tiere. "Viele Probleme kann man frühzeitig erkennen, wenn man sich die Tiere genau anschaut", sagt Nagler. Dazu gehört auch die intensive Beobachtung der frisch abgekalbten Kühe. "Die ersten 30 Tage nach der Geburt sind eine der sensibelsten Phasen während der Laktation. Daher habe ich auf diese Tiergruppe ein besonderes Auge. Kühe, die kein Heu fressen, mit denen stimmt irgendetwas nicht", weiß die 32-jährige Herdenmanagerin der Agrargenossenschaft Skäßchen.

Intensive Tierbeobachtung: Komplikationen um die Geburt reduzieren

Dieses umsichtige Vorgehen zahlt sich aus: Komplikationen im geburtsnahen Zeitraum treten nur selten auf. „Verlaufen die ersten Tage nach der Geburt problemlos, verläuft meistens auch der Rest der Laktation gut“, sagt die Herdenmanagerin.

Zusätzlich zur engmaschigen Tierkontrolle führt der Tierarzt einmal wöchentlich eine Puerperalkontrolle bei den frischlaktierenden Kühen durch. Drei Wochen bleiben die Tiere bei den Frischabkalbern. „Ich versuche, diese Gruppe möglichst klein zu halten. Das bietet den Kühen hier ein Tier-Fressplatz-Verhältnis von eins zu eins und erleichtert die Tierbeobachtung“, sagt sie.

Rastzeit bewusst verlängern und hohe Milchleistung erhalten

Starten die Kühe gut in die Laktation, lässt die Herdenmanagerin sie in den kommenden Monaten in Ruhe. Seit 2013 setzt Constance Nagler auf eine bewusst verlängerte Rastzeit ihrer Kühe. „Die Geburt ist immer eine kritische Phase“, sagt sie. „Daher fand ich damals den Gedanken spannend, die Zwischenkalbezeit der einzelnen Kühe bewusst zu verlängern.“ Sie hörte damals von einem Rinderzüchter die Formel Milchleistung einer Kuh multipliziert mit 2,2.„Dieses Vorgehen klang für mich logisch und ich testete es. In dieser errechneten freiwilligen Rastzeit wird die Kuh nicht besamt.“

Aufgrund der freiwilligen längeren Rastzeit beträgt die Zwischenkalbezeit im Herdendurchschnitt heute 429 Tage. „Damit habe ich auch etwas weniger Kälber“, sagt Nagler. „Das war neben dem Kuhwohl ein weiterer wichtiger Grund für mich, die Zwischenkalbezeit bewusst zu verlängern.“

Oft gäben die Kühe zu Beginn der Trächtigkeit während der Laktation weniger Milch. „Der Körper der Kuh muss dann ja auch Energie in das Kalb stecken. Damit stehen weniger Ressourcen für die Milchleistung zur Verfügung“, sagt sie. Mit der späteren, verzögerten Besamung hält sie die Leistung ihrer Tiere hoch. „Im Herdendurchschnitt erreichen wir derzeit eine Abgangsleistung von 48.000 kg Milch. Mein Ziel ist es, die 50.000 kg zu knacken“, sagt sie.

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