Login
Aus der Wirtschaft

Marktreport: Aktuelle Situation am deutschen Milchmarkt

von , am
07.11.2013

Beim Marktreport geht es in dieser Woche um Entwicklungen am deutschen und europäischen Milchmarkt. Ausgangspunkt ist der jüngste Rückgang des Rohstoffwertes des Ife-Instituts.


Dieser Wert zeigt die Verwertungsbedingungen für Magermilch und Butter an. Die Frage ist nun ob dieser Preisrückgang eine Änderung der zuletzt sehr festen Preisentwicklung anzeigt - oder ob dies nur ein Ausrutscher war. Dabei gibt es eine ganze Reihe von Einflussgrößen die auf die Preisbildung bei Milch einwirken.
 
Zunächst die Entwicklung der Preise für Milchprodukte am EU-Binnenmarkt zu nennen. Am europäischen Markt ist im Oktober ein Rückgang der Preise für Magermilchpulver zu beobachten. Gleichzeitig sind die Preise für Butter jedoch stabil und für Käse waren die Preise sogar etwas höher. Damit zeigt sich also kein generell rückläufiger Preistrend.
Problematisch für die Preise ist jedoch das wachsende Angebot. Während die Milchproduktion in der ersten Hälfte des Jahres in fast allen wichtigen EU-Staaten kleiner war als 2012, ist die Anlieferung nun überwiegend höher als im letzten Jahr. Grund für den aktuellen Produktionsanstieg sind vor allem die höheren Erzeugerpreise, die im September nicht selten die Marke von 40 Ct erreicht haben. Hinzu kommen die gefallenen Futterkosten. Die Spotmarkpreise für Rohmilch lagen Anfang November in Deutschland allerdings noch zwischen 42 Ct und 46 Ct.

Verbraucherpreise und Export

Zum Problem für die Nachfrage am Binnenmarkt könnten jedoch die kräftig gestiegenen Verbraucherpreise werden. Diese waren für Milchprodukte in Deutschland fast sieben Prozent höher als im letzten Jahr und drosseln den Verbrauch.
 
Von den Exportmärkten sind die Signale nicht eindeutig. Auf den Exportauktionen der neuseeländischen Groß-Molkerei Fonterra sind die Preise bei den letzten beiden Handelsrunden gefallen. Die Preise an den europäischen Export-Häfen waren hingegen nur für Magermilchpulver etwas schwächer. Alles in allem müssen sich die Landwirte wohl auf eine weiter steigende Produktion in Europa (und Ozeanien) und eine nicht unbedingt weiter wachsende Nachfrage einstellen. Auch im Export wird das Angebot sowohl aus Europa als auch aus Ozeanien größer. Diese Entwicklung dürfte mittelfristig nicht ohne Auswirkungen auf die Preise bleiben.
Auch interessant