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Milchproduktion

Marktreport: Milchpreise haben noch Luft nach oben

von , am
05.09.2013

Im Marktreport geht es in dieser Woche um die aktuelle Entwicklung am Milchmarkt. Dabei zeigt sich der europäische Milchmarkt in diesem Jahr in ausgesprochen guter Verfassung.


Sowohl am europäischen Binnenmarkt als auch im Export sind die Preise für Milchprodukte im Jahresverlauf sehr kräftig gestiegen. Das zieht natürlich auch die Milchpreise immer weiter nach oben - zumal die erzeugte Milchmenge in vielen europäischen Ländern kleiner ist als im letzten Jahr. Insgesamt ist die in der EU erzeugte Milchmenge im ersten Halbjahr 2013 rund 1,9 Prozent (%) kleiner als 2012. Die deutsche Produktion ist in den ersten sechs Monaten geringfügig (0,4 %) größer als 2012 - anderseits produziert Frankreich über 3 % weniger Milch.
 
Der aus den Verkaufspreisen von Magermilchpulver und Butter errechnete Rohstoffwert lag im August für Deutschland bei knapp 45 Ct/kg und damit einen Cent (Ct) höher als im Juli. Die EU-Kommission hat für die EU im August einen Rohstoffwert von knapp 44 Ct ermittelt und lässt damit eine ähnliche Situation in der gesamten EU erkennen. Der für Deutschland zuletzt gemeldete Erzeugerpreis ab Hof lag im Juni bei 36,5 Ct und damit deutlich unter dem Rohstoffwert. Damit haben die Milchpreise hierzulande offenbar noch erheblich Luft nach oben.
Aber nicht nur bei Butter und Magermilchpulver sind die Preise in diesem Jahr am EU-Binnenmarkt und im Export deutlich gestiegen - auch bei Käse und anderen Milchprodukten. Damit steht auch der Preisanstieg bei Rohmilch auf einer sehr breiten Basis.

Auch Export legt deutlich zu

Nach den Daten der EU –Kommission waren die Butterpreise im europäischen Großhandel Ende August 40 % höher als vor einem Jahr. Der Preisanstieg bei Magermilchpulver betrug 30 % und bei Vollmilchpulver 38 %. Für Edamer und Gouda liegen die Preise rund 20 % höher.
Aber nicht nur am Binnenmarkt sondern auch im Export sind die Preise gestiegen und verdeutlichen eine im eher knappe globale Versorgung. Ende August waren die europäischen Exportpreise für Milchpulver und Butter zwischen 30 und 50 % höher als vor einen Jahr. (Ähnlich ist die Preisentwicklung in Ozeanien.). An den Exportmärkten hat in diesem Jahr vor allem die Nachfrage nach Vollmilchpulver kräftig zugenommen. Verantwortlich ist hier in erster Linie China. Aber auch der Export von Käse ist deutlich gestiegen. Davon profitieren ganz besonders auch die Europäer. Wichtige Exportmärkte für Käse sind Russland, Japan, die USA und wieder China.
 
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