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Haltung und Mast

Marktreport Rind/EU: Preise und Produktion stark unterschiedlich

von , am
12.06.2014

Die Preise für Jungbullen und Schlachtkühe sind in Deutschland niedriger als vor einem Jahr. Das ist zumindest bei Bullen nicht in allen EU-Ländern der Fall.


Dies zeigen die letzten Daten der EU-Kommission zur Produktion und zur Preisentwicklung. Ein Grund für die rückläufigen Preise in Deutschland dürfte die deutlich größere Produktion (Angebot) bei Jungbullen sein. Bei Kühen ist der Bestand in Deutschland zwar ebenfalls gewachsen, die Schlachtmengen waren wegen der längeren Haltungsdauer (hohe Milchpreise) bislang jedoch relativ stabil. Das zeigt sich insbesondere in den Schlachtkuhpreisen, die seit Jahresbeginn gestiegen sind, während die Preise für Bullen deutlich nachgegeben haben und Anfang Juni ihr bisheriges Jahrestief erreichten.
Die EU-Kommission geht davon aus, dass die europäische Rindfleischproduktion im ersten Quartal 2014 um 0,6 Prozent (%) kleiner war als im Vorjahr. Dabei ist die Produktion von Bullenfleisch in der EU sogar um 1,9 % geschrumpft, während man bei Kühen einen Anstieg der Schlachtmenge von 1,2 % unterstellt.

Unterschiedliche Entwicklung in EU-Ländern

In Deutschland hat sich die Produktion jedoch anders entwickelt. Die hohen Preise der letzten beiden Jahre haben sowohl bei Bullen als auch bei Milchkühen zu einer Bestandsexpansion und damit auch zu einer Zunahme der Produktion geführt. Vor diesem Hintergrund lag die Anzahl der geschlachteten Jungbullen im ersten Quartal 2014 sogar um 7,0 % über dem Vorjahr und die Anzahl der geschlachteten Kühe war 1,4 % höher.
 
Demgegenüber weist die Kommission für Frankreich einen leichten und für Italien sogar einen deutlichen Rückgang der Produktion aus. Produktionswachstum verzeichnet man hingegen auch in den Niederlanden, Polen und Irland. Die unterschiedliche Produktionsentwicklung kommt am Ende auch in der unterschiedlichen Preisentwicklung der einzelnen Länder zum Ausdruck.
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