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Aus der Wirtschaft

Marktreport: Rindfleisch - Kleines Angebot, niedrige Preise

von , am
31.10.2013

Beim Marktreport geht es in dieser Woche um die aktuellen Trends am deutschen und europäischen Rindermarkt. Trotz eines gesunkenen Angebots werden nur niedrige Preise erzielt.


Dabei überraschen zunächst einmal zwei Dinge: Zum einen sind die Preise für Schlachtrinder im Jahresverlauf deutlich gefallen. Zum anderen ist die Schlachtung - und damit das Angebot - in Deutschland und Europa kleiner als im letzten Jahr. Wie passt das zusammen? Zunächst einmal zu den Preisen - Ende Oktober wurde für Jungbullen (R3) ein Preis etwa 3,70 Euro/kg SG gezahlt. Das waren gut 50 Cents weniger als zum Beginn des Jahres, auch wenn sich die Preise seit dem Sommer wieder etwas erholt haben. Allerdings hatten die Rinderpreise in Europa im letzten Jahr auch historische Höchstmarken erreicht.
Schaut man nun auf die Schlachtungen in Deutschland und in der EU - müssten die Preise eigentlich steigen. Die EU-Kommission weist in ihrem letzten Marktüberblick von Oktober einen Rückgang der EU-Schlachtmenge von 4 Prozent (%) gegenüber dem Vorjahr aus. Die deutsche Schlachtung ist sogar fast 7 % kleiner als im letzten Jahr. Auch an den für Deutschland wichtigsten innereuropäischen Absatzmärkten - Frankreich und Italien - wird deutlich weniger Rindfleisch erzeugt. Aber es zählt nicht nur die Situation am EU-Markt.

Starker Rückgang im Export

Verantwortlich für den Preisrückgang ist offenbar die Entwicklung im Außenhandel - sowie der rückläufige Verbrauch am Binnenmarkt. Die aktuelle Exportstatistik weist für die EU einen Rückgang der Exporte von 15 % aus. Insbesondere der wichtigste Absatzmarkt Russland hat die Einfuhren um fast 30 % verringert. Gleichzeitig kaufte der im Vorjahr (noch) wichtigste Abnehmer - die Türkei - fast gar kein Rindfleisch mehr in der EU. Das lässt sich nicht ohne weiteres kompensieren.
Auf der anderen Seite werden rund 8 % mehr Rindfleisch aus dem Ausland auf den EU-Markt importiert. Von den Gesamtimporten stammen drei Viertel aus Südamerika. Vor allem Brasilien hat die Lieferungen ausgeweitet.

Hohe Verbraucherpreise

Hinzu kommt der wegen der gestiegenen Verbraucherpreise gedrosselte Verbrauch. Im September waren die Fleischpreise im in Deutschland 4,2 % höher als im vorigen Jahr.
 
Schaut man jedoch auf den saisonalen Verlauf der Preise, steigt die Nachfrage im Herbst üblicherweise an. Im den letzten Jahren erreichten die Preise für Jungbullen im letzten Quartal meist ihren höchsten Stand. Zumindest von der Angebotsseite wird dieser saisonale Trend eindeutig unterstützt.
 
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